Edelreich legt seine Pläne offen

Heute beginnt die Auflage des Fashion-Outlet-Centers Edelreich. Nachdem es jahrelang still um das Grossprojekt geworden war, sind die Pläne jetzt so konkret, dass die JTM Rütenen AG nun einen neuen Anlauf nimmt.

Stefan Borkert
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Einkaufserlebnis im Thurgau: Bei Wigoltingen soll ein Fashion-Outlet–Center gebaut werden. (Bild: fotolia)

Einkaufserlebnis im Thurgau: Bei Wigoltingen soll ein Fashion-Outlet–Center gebaut werden. (Bild: fotolia)

WIGOLTINGEN. Das Fashion-Outlet-Center Edelreich ist im letzten Sommer aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Die Pläne für das im Endausbau 30 000 m2 grosse Einkaufszentrum an der Autobahn A7 bei Müllheim-Wigoltingen hatten dessen Kritiker ebenfalls wieder auf den Plan gerufen. Kulturland werde vernichtet, viel Verkehr sei zu befürchten, und ausserdem sei das ganze Projekt hochwassergefährdet, so einige der Einwände. In der benachbarten Stadt Konstanz sind die kritischen Stimmen verstummt. Man hat dort wohl genug zu tun mit dem Verkehr vor der eigenen Haustüre, den die Einkaufstouristen aus der Schweiz verursachen.

In diesem Einkaufstourismus sehen die Projektplaner unterdessen keine gefährliche Konkurrenz. Im Gegenteil. Outlet-Center-Experte Robert Meier sieht das gelassen. Die Preise im Outlet-Center seien so attraktiv, dass das Edelreich auch mit Shopping-Kunden aus dem nahen süddeutschen Raum rechnen könne, sagte er schon im Sommer.

Bis zu 360 Arbeitsplätze

Seit Anfang Juni ist nun wieder richtig Bewegung im Projekt. Heute erfolgt bei den betroffenen Gemeinden Müllheim und Wigoltingen die öffentliche Auflage. Sie dauert bis zum 16. Dezember. Mit Einsprachen wird gerechnet. Aber diesmal sollen die Argumente der Kritiker nicht stechen.

Ines Wattenhofer-Sigrist, Projektleiterin bei der Nüesch Development AG, sagt: «Einerseits widerspricht das Projekt auf seit 2001 eingezontem Industrieland keiner Vorgabe aus Gestaltungsplan oder Richtplan. Andererseits ist der Markt, also die Outlet-Betreiber und die Interessenten für die Ladengeschäfte, bis anhin noch immer am Projekt interessiert.» Es bestehe somit die Chance, ein regional und überregional bedeutendes Einkaufserlebnis in die Region Kreuzlingen-Frauenfeld zu bringen und somit auch Arbeitsplätze schaffen zu können. Gemeint sind 360 Arbeitsplätze, wenn alle drei Bauetappen fertiggestellt sind. Die aktuelle Projektierung umfasst die beiden ersten Etappen.

War früher schon mal leise Kritik am Thurgauer Baudepartement (DBU) geäussert worden, so hat sich das Klima inzwischen deutlich verbessert. Die Projektleiterin hatte den Eindruck, dass Baudirektorin Carmen Haag sich des Projekts offen, neutral und zielgerichtet angenommen hat, so dass der Prüfbericht auch in nützlicher Frist bearbeitet wurde. Sie ist ausserdem überzeugt davon, dass das Outlet-Team der JTM Rütenen AG seine Hausaufgaben gemacht hat.

Grünes Licht vom Kanton

«Im Sommer haben wir vom Baudepartement den Prüfbericht zum Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) erhalten. Das Resultat der Prüfung war, dass das Projekt umweltverträglich ist.» Weitere Aspekte der in der Prüfung aufgeführten Anmerkungen würden dann in das Projekt für die Baueingabe einfliessen. «Wir haben lediglich nochmals den Gestaltungsplan und die Sonderbauvorschriften in wenigen, eher sprachlichen Details aufeinander und auf den UVB abgestimmt.» Auch seien die Verträge bezüglich Erschliessung aktualisiert worden.

Mit Einsprachen wird gerechnet

Ines Wattenhofer-Sigrist rechnet mit Einsprachen. Aber: «Wir sind zuversichtlich, dass Einsprachen und Rekurse zurückgewiesen werden können.» Der Zeitplan ist flexibel, denn die öffentliche Auflage, die Behandlung der Einsprachen durch die Gemeinden und jene der Rekurse durch den Kanton würden sicher mehrere Monate bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen. Dann käme es noch darauf an, ob die Rekurse gerichtlich beurteilt werden müssen.