E-Commerce führt zu Wachstum bei Model

Die Model-Gruppe produzierte 2019 mehr Karton. Das Werk in Au wird Ende März trotzdem geschlossen.

Kaspar Enz
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Die Model-Gruppe büsst an Umsatz ein.

Die Model-Gruppe büsst an Umsatz ein.

Bild: Model/PD

Während viele Läden schliessen, wächst der Internethandel kräftig, in der Schweiz jedes Jahr um rund zehn Prozent. Das steigert auch die Nachfrage nach Wellkarton. «Der Komfortgewinn für die Haushalte ist nur mit mehr Verpackung möglich», sagt Daniel Model. Auch deshalb hat seine Weinfelder Model-Gruppe im vergangenen Jahr 3,5 Prozent mehr Wellkarton produziert als im Jahr davor. Trotzdem schliesst die Gruppe das Jahr mit einem konsolidierten Umsatz von 942 Millionen Franken ab, fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

Das habe einerseits mit dem starken Schweizer Franken zu tun, sagt Daniel Model. Man habe aber 2019 auch einen grösseren Teil des von der Gruppe produzierten Papiers für die Kartonproduktion verwendet. Das habe zwar tiefere Gesamtumsätze zur Folge, auf den Gewinn wirkt sich das aber nicht negativ aus.

Ein besonders starkes Wachstum verzeichnete die Model-Gruppe insbesondere in Polen. Auch in Deutschland wuchs die Gruppe, während die Umsätze in der Schweiz und in Tschechien stabil blieben.

Werk in Au schliesst Ende März

Plangemäss schliesst die Model-Gruppe Ende März ihr Faltschachtel-Werk in Au. Anders als geplant bleibt aber ein grosser Teil der 90 Mitarbeiter bis zum Schluss. «Nach der Ankündigung der Schliessung kamen viele Bestellungen», sagt Daniel Model. Er habe deshalb die Mitarbeiter gebeten, länger zu bleiben. «Das haben wir auch belohnt.» Da die Schliessung frühzeitig vorbereitet wurde, hätten keine Kündigungen ausgesprochen werden müssen. Die Mitarbeitenden in Au hätten Stellen in Weinfelden angeboten bekommen. «Niemand hat das Angebot angenommen.» Model hält das für ein gutes Zeichen. «Der Arbeitsmarkt kann diese Leute aufnehmen.»

Trotzdem sei die Schliessung beschlossene Sache. Der Markt für Faltschachteln sei hart umkämpft. «Der starke Franken macht die Situation hier sehr schwer.»