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Duros warten auf ihr Herzstück

Die Kreuzlinger Mowag prüft den Kauf des Motorenbauers Steyr Motors. Der österreichische Motorenlieferant in chinesischen Händen hat vergangenen November Insolvenz anmelden müssen.
Stefan Borkert
In den generalüberholten Duros arbeiten Motoren von Steyr aus Österreich. Derzeit ist die Lieferung aber gestoppt. (Bild: PD)

In den generalüberholten Duros arbeiten Motoren von Steyr aus Österreich. Derzeit ist die Lieferung aber gestoppt. (Bild: PD)

Arbeitsplätze, mehr als eine halbe Milliarde Auftragsvolumen und eine mehrjährige Auslastung, das ist die eine Seite des Auftrags der Schweizer Armee an die Kreuzlinger Mowag. Die andere Seite ist, dass die Politik bei einem Auftrag vom Armasuisse mitmischt und mit Argusaugen verfolgt, wie es beim Fahrzeugbauer am Bodensee so läuft. So flammte in den letzten Tagen kurz Kritik auf, weil die Mowag zur effizienten und kostengünstigen Erledigung der Unterhalts- und Instandsetzungsarbeiten an den generalüberholten Duros die Firma Scania in Schweden berücksichtigte. Armasuisse war damit allerdings ausdrücklich einverstanden.

Mowag prüft Kauf von Steyr Motors

Derzeit werden bei der Mowag nämlich insgesamt 2200 Duro-Armee-Laster für die kommenden 20 Jahre wieder fit gemacht. Das Auftragsvolumen beträgt 558 Millionen Franken. Involviert sind dabei 170 Partnerunternehmen in der ganzen Schweiz. Ein Zehntel der Duros sind bereits ausgeliefert. Doch seit Herbst 2018 gibt es Probleme, denn der österreichische Motorenlieferant Steyr Motors hat im November Insolvenz anmelden müssen. Die chinesischen Eigentümer, die Investorengruppe Phoenix Tree HSC, hat den Betrieb mit einer Finanzspritze in Millionenhöhe zunächst aufrechterhalten. Im Dezember sind sogar zahlreiche neue Mitarbeiter gesucht und eingestellt worden. Die Auftragsbücher präsentieren sich schliesslich gut gefüllt. Doch die Motorenlieferung geriet trotzdem ins Stocken. Mowag bestätigt in einem Communiqué nun einen entsprechenden Bericht der «Handelszeitung», dass man den Kauf des österreichischen Motorenbauers prüfe. Der Kauf sei «zwar nicht unsere bevorzugte Variante, aber eine Option, die Lieferkette zu erhalten und für uns zu reaktivieren», ­sagte Mowag-Chef Oliver Dürr gegenüber der «Handelszeitung».

Laut Mowag-CEO Dürr sind vermutlich Managementfehler der chinesischen Eigentümer verantwortlich für die Misere des österreichischen Unternehmens. Im Herbst 2018 sei es zu einem Sanierungsverfahren wegen Liquiditätsproblemen gekommen. «Das ist der Grund, weshalb wir im Moment keine Motoren aus Österreich erhalten.»

Steyr Motors ist ein Traditionsunternehmen aus der gleichnamigen Stadt in
Ober­österreich.

Die Firma beschäftigt rund 200 Personen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 45 Millionen Euro. An der Spitze kam es zuletzt zu Abgängen wegen eines Streits über die strategische Ausrichtung. Medien in Österreich hatten geschrieben, dass sich die Schulden unter dem Strich auf mehr als 8 Millionen Euro belaufen. Die Finanzspritze der chinesischen Eigentümer hatte demnach die Liquiditätsprobleme nicht lösen können. Allerdings hatte Insolvenzverwalter Norbert Mooseder Ende Dezember geäussert, dass der Betrieb aufgrund von Kundenzusagen gesichert sei.

Dürr erklärt, dass eben die Motorenproblematik für Verspätung sorge. VBS-Chefin Viola Amherd und Armasuisse-Chef Martin Sonderegger sowie die Sicherheitskommissionen beider Räte seien unterrichtet. Er betont aber auch, dass die Verzögerung zu keinen Mehrkosten führen werde. Im Moment liege man zwei Monate hinter dem Zeitplan. Bei einer Laufzeit von vier Jahren sei das noch verkraftbar.

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