Druck auf Zur-Rose-Gruppe

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Arzneiversand Der Markt für im Internet verkaufte Medikamente bleibt in Bewegung. Die Shop Apotheke Europe aus den Niederlanden, eine Rivalin der Frauenfelder Zur-Rose-Gruppe, übernimmt die Versandapotheke Eu­ropa Apotheek. Mit dem Zukauf will die Shop Apotheke Europe ihre führende Stellung im europäischen Onlineversand von Medikamenten ausbauen und Kosten sparen. Der Kaufpreis beträgt 126 Millionen Euro. Die Transaktion soll spätestens im November über die Bühne gehen. Die börsennotierte Shop Apotheke ist einer der Marktführer bei rezeptfreien Arzneien und Gesundheitsprodukten, während die Eu­ropa Apotheek auf rezeptpflich­tige Mittel spezialisiert ist.

Die Übernahme setzte gestern die Aktien der Frauenfelder Versandapotheke Zur Rose unter Druck. Die Shop Apotheke ist hinter der Zur-Rose-Tochter Doc Morris die Nummer zwei im deutschen Markt. Während die Niederländer bisher hauptsächlich auf den Handel mit rezeptfreien Medikamenten spezialisiert waren, wird mit der Akquisition nun auch die Position im Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten ausgebaut.

In beiden Segmenten hegt Doc Morris grosse Wachstumsambitionen. So will das Unternehmen bis 2021 in Deutschland prozentual «im mittleren bis oberen Zehnerbereich» wachsen, wie Zur-Rose-Chef Walter Oberhänsli anlässlich der Publikation der Halbjahreszahlen im August verlauten liess. Gemessen am Umsatz bleibt die Zur-Rose-Gruppe auch nach dem Zusammenschluss der grösste Wettbewerber im europäischen Markt. Für 2016 weist die Shop Apotheke samt der Europa Apotheek einen Pro-Forma-Umsatz von 318 Millionen Euro aus. Die Zur-Rose-Gruppe kam auf 531 Millionen Franken, wozu Doc Morris 361 Millionen beisteuerte. (sda/red)