Druck auf Nationalbank nimmt zu

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Geldpolitik Am Donnerstag legt die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Zinsentscheid vor. Die meisten Beobachter rechnen damit, dass die Währungshüter vorerst still halten. Am Markt gibt es allerdings auch Spekulationen um eine baldige Ausweitung der Negativzinsen. «Wir sehen derzeit keinen Grund zur Anpassung unserer Geldpolitik», sagte Thomas Jordan Anfang März im Interview mit der «Schweiz am Sonntag». Im gleichen Interview sagte der Nationalbankpräsident aber auch: «Wir sehen eine deutliche Zunahme der politischen Risiken.» Solche Phasen seien für die SNB jeweils heikel, da die Schweiz als sicherer Hafen betrachtet werde.

Spielraum ist begrenzt

Im Kampf gegen eine weitere Frankenaufwertung setzt die Nationalbank bekanntlich auf zwei Instrumente – den Negativzins und Interventionen am Devisenmarkt. Letztere haben die SNB-Bilanz stark aufgebläht. Diese ist mittlerweile fast so gross wie das Bruttoinlandprodukt der Schweiz. Gestern erreichte der Franken zum Euro den tiefsten Wert seit mehr als drei Monaten. «Die SNB scheint gewillt, im Vorfeld der niederländischen Wahlen, einen möglichst hohen Kurslevel anzupeilen. Kurse in Richtung 1.0850 sind nun durchaus wieder drin», kommentierte die Thurgauer Kantonalbank.

Mit Deviseninterventionen wachsen aber auch die Risiken. So führen die USA die Schweiz wegen ihrer Interventionspolitik auf einer Beobachtungsliste als möglichen Währungsmanipulator. Unbegrenzten Spielraum hat die Notenbank vor diesem Hintergrund nicht. Zugleich erwartet etwa die Bank Safra Sarasin, dass die Währungshüter den Einlagenzins für Banken im 1. Halbjahr um weitere 0,25 Punkte auf –1,00% senken. (sda)