Drang zur Eile für Zypern-Hilfe

BRÜSSEL/NIKOSIA. Der neue Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, warnt vor einer Verzögerung des Hilfspakets für das finanziell angeschlagene Zypern. Kommenden Monat sollte eine Einigung gefunden werden, sagte Dijsselbloem am Treffen der Finanzminister der Euroländer.

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BRÜSSEL/NIKOSIA. Der neue Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, warnt vor einer Verzögerung des Hilfspakets für das finanziell angeschlagene Zypern. Kommenden Monat sollte eine Einigung gefunden werden, sagte Dijsselbloem am Treffen der Finanzminister der Euroländer. Zypern hatte letzten Sommer einen Antrag auf Hilfskredite gestellt. Es geht um 17,5 Mrd. €. Davon entfallen allein 10 Mrd. € auf Bankenhilfen. Bisher hat vor allem die deutsche Regierung bei der Zypern-Hilfe gebremst.

Dijsselbloems Vorgänger als Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, hatte versichert, dass es in Zypern keinen Schuldenschnitt geben werde. Die Eurogruppe stellte klar, dass Griechenland ein Einzelfall bleiben solle. Der Schuldenschnitt in Griechenland hatte zu erheblicher Verunsicherung an den Märkten geführt.

Derweil hat die Regierung Zyperns Vorwürfe der Geldwäscherei über Finanzhäuser des Landes erneut zurückgewiesen. Finanzminister Vassos Shiarly werde auch darauf bestehen, dass die Eurogruppe keine private Prüfungsfirma mit Kontrollen beauftrage, ob es Geldwäscherei gibt in Zyperns Banken. Diese Aufgabe könne laut der zypriotischen Regierung die zuständige Behörde des Europarates, Moneyval, übernehmen. Russische Investoren haben in grossem Stil Geld bei zypriotischen Banken angelegt, was die Diskussion über Geldwäscherei befeuert hat. (dpa)