Dominanz der roten Zahlen

Eine Mehrheit der börsenkotierten griechischen Firmen schreibt weiterhin Verluste. Unrühmliche Spitzenreiter sind drei der vier systemrelevanten Banken.

Ferry Batzoglou
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ATHEN. Die Ergebnisse des 1. Quartals 2014 der 203 an der Athener Aktienbörse notierten Unternehmen zeigen: Das elfte Quartal in Folge schreiben mehr Firmen (125) rote Zahlen als schwarze (78). Die Verluste der 203 börsennotierten Unternehmen beliefen sich im 1. Quartal 2014 kumuliert auf gut 355 Mio. € (430 Mio. Fr.). Ihr Umsatz betrug 16,5 Mrd. €. Demgegenüber stiegen die Betriebsgewinne im vergleich zur Vorjahresperiode um 17% auf 1,5 Mrd. €.

Grösste Bank, grösster Profit

Die Liste der an der Athener Aktienbörse notierten Firmen, die im 1. Quartal dieses Jahres einen Gewinn erwirtschaftet haben, führt Griechenlands grösste Geschäftsbank National Bank of Greece (NBG) mit 181 Mio. € an. Es folgen die halbstaatliche Elektrizitätsgesellschaft (DEH) mit 81 Mio. €, der Spielwarenhändler Jumbo (69 Mio. €), der von der Deutschen Telekom kontrollierte Telekomanbieter OTE (56 Mio. €), die Glücksspielgesellschaft Opap (50 Mio. €) sowie der Schmuckwarenhändler Follie Follie (38 Mio. €).

Die anderen Grossbanken tiefrot

Demgegenüber schrieben drei der insgesamt vier systemrelevanten Geschäftsbanken in Griechenland die höchsten Verluste. Konkret schlugen bei der Piräus-Bank Verluste in Höhe von 249 Mio. € zu Buche. Es folgen die beiden Geldinstitute Eurobank mit einem Minus von 207 Mio. € und die Alpha Bank mit 94 Mio. € Verlust. Die Top Ten der hellenischen Verlustbringer vervollständigen die Investmentgesellschaft MIG (52 Mio. €), der Getränkeabfüller Coca-Cola (39 Mio. €), die Mineralölindustrie Hellpe (38 Mio. €), die Zuckerindustrie EBZ (19 Mio. €), die Fährgesellschaft Attica Group (17 Mio. €), der Metallwarenhersteller Halkor (14 Mio. €) und die Zementindustrie Iraklis (13 Mio. €).

Wächst die Wirtschaft wieder?

Griechenland steckt seit Herbst 2008 in der Rezession. Seither ist die griechische Wirtschaftsleistung um kumuliert gut ein Viertel auf 182 Mrd. € (2013) eingebrochen. Im 1. Quartal 2014 ist die Wirtschaftsleistung laut erster Schätzung des griechischen Statistikamtes Elstat um weitere 1,1% zurückgegangen. Für das ganze Jahr rechnen die Athener Regierung und Griechenlands öffentliche Gläubiger-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds erstmals wieder mit einem leichten Wirtschaftswachstum von 0,6%. Das Forschungsinstitut INE des griechischen Gewerkschaftsbundes prognostiziert für 2014 hingegen einen weiteren Rückgang der hellenischen Wirtschaftsleistung um bis zu 1%.

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