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Diskretion auf dem Campus der Vielfalt

Vier Millionen Franken beträgt das Budget. 1000 Teilnehmer aus 110 Nationen treffen sich am 49. St.Gallen Symposium. 450 freiwillige Helfer sind im Einsatz.
Stefan Borkert

Schnee im Mai und das vor dem Start des 49. St. Gallen Symposiums. Das Organisationskomitee traute seinen Augen nicht, als die Flocken dick vom Himmel fielen. «Helfer räumten Schnee und einige haben sogar an der Uni übernachtet», sagt Lia Hollenstein, ein Leitungsmitglied des dreiköpfigen Organisationskomitees. Gestern dann blies der Föhn, und dazu gab es reichlich Sonnenschein. «Wir haben doch Glück» kommentiert Hollenstein. Auf dem Campus herrscht emsiges Treiben. Es ist auch dieses Jahr ein Campus der Vielfalt. Immerhin 110 Nationen haben sich eingefunden. Allein schon bei den 200 Personen von «Leader of Tomorrow» sind 54 Nationalitäten vertreten. Viele von den 1000 Teilnehmern haben etwas mit der HSG zu tun. Die Einheitssprache ist Englisch, mal mit indischen, mal mit holländischem, mal mit schweizerischem Einschlag und so weiter. Aber man versteht sich.

Sozialismus, Kapitalismus, die Verwendung und Verteilung des vorhandenen Kapitals wird auch in den Pausen diskutiert, wobei der Sozialismus eher schlechte Karten hat. An die Mauer gelehnt, spricht draussen im Hof ein Wirtschaftsführer erregt ins Telefon. «Nein, wir geben nicht nach. Wer Milliarden investiert, der darf auch etwas dafür verlangen», sagt er etwas zu laut und dämpft dann wieder die Stimme. Diskretion ist schliesslich ein Schlüsselmerkmal des St. Gallen Symposiums.

Unwägbarkeiten gehören zum Geschäft

«Gästen und Referenten werden Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt», betont Lia Hollenstein. Wlan und Internet sowieso. Man kennt die Bedürfnisse aus langjähriger Erfahrung. Und man weiss im OK auch mit Unwägbarkeiten umzugehen. So musste man dieses Jahr zunächst die Absage von Bundesrat Ignazio Cassis verkraften. Und gestern am frühen Abend schneite dann auch noch der Rückzug der deutschen CDU-Chefin Annegret Kamp-Karrenbauer herein. Sie machte gesundheitliche Gründe geltend. Eine Augenentzündung plagt die Politikerin.

Lia Hollenstein vom OK des St.Gallen Symposiums. Bild: Ralph Ribi

Lia Hollenstein vom OK des St.Gallen Symposiums. Bild: Ralph Ribi

Im OK hofft man, dass nächstes Jahr zum 50. Jubiläum alles glatt läuft. Erste Überlegungen zum Programm gibt es bereits. Aber das ist geheim. Auch hier ist man diskret. Vielleicht kann dann ja Lia Hollenstein ihren Wunschkandidaten verpflichten, den Extremsportler Mike Horn. Kosten und Mühen scheut man im OK nicht, um die gewünschten Referenten vor Ort zu bringen. Honorare werden übrigens nicht bezahlt. Dieses Jahr beträgt das Budget gut vier Millionen Franken. Zum Jubiläumsjahr dürfte das noch ansteigen.

Was für die 450 freiwilligen Helfer aber zählt, das ist, dabei zu sein. Melanie Monstein: «Für mich war das Mittagessen mit dem Vize-Premierminister aus Singapur ein Highlight am Symposium. Ich war beeindruckt, wie viel Zeit er sich für die Gespräche mit den studentischen Teilnehmern genommen hat.»

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