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Dieselgate: «Ein Gewinn für VW»

Der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller will den Konzern umbauen. VW setzt auf Elektroautos und will bisherige Modellvarianten reduzieren.
Christoph Reichmuth

BERLIN. VW steht vor dem grössten Umbau der Konzerngeschichte. VW-Chef Matthias Müller setzt vor allem auf zukünftige Technologien: VW will die Elektromobilität massiv ausbauen, bis ins Jahr 2025 will der Konzern 30 neue Elektromodelle auf den Markt bringen, jährlich sollen 2 bis 3 Mio. Stück verkauft werden.

Gerüstet für neues Zeitalter

Mit der gestern von VW vorgestellten Unternehmensstrategie bis ins Jahr 2025 soll VW für das neue Zeitalter der Mobilität gerüstet werden. Neben dem Ausbau der Elektromobilität soll der Verkauf von batteriebetriebenen Fahrzeugen 20 bis 25% des Gesamtumsatzes ausmachen. Erst kürzlich investierte VW 300 Mio.$ in den israelischen Fahrtenvermittler Gett. «Wir geben uns nicht mehr der Illusion hin, alles besser zu wissen und alles besser zu können», sagte Müller. «Unsere neue Strategie macht den Weg frei für den Wandel eines der besten Autobauer der Welt zu einem führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität.»

«Wir werden die Gesamtzahl unserer heute rund 340 Modellvarianten reduzieren», sagte Müller weiter. «Die Baukästen sind der richtige Weg. Aber wir waren dabei, uns zu verzetteln.» Künftig will der Konzern statt 12 nur noch mit 4 Baukästen operieren. Insgesamt will der Konzern mit der neuen Strategie wieder profitabler wirtschaften. «Salopp gesagt, werden wir in den kommenden Jahren überflüssige Pfunde abtrainieren und zusätzliche Muskeln aufbauen.»

Lob von den grössten Kritikern

Der VW Konzern, der wegen der Diesel-Affäre für das Jahr 2015 den grössten Verlust der Unternehmensgeschichte ausweisen musste, wird für die gestern vorgestellte Zukunftsstrategie gelobt. Selbst der renommierte Automobilexperte von der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, lobt die durch Matthias Müller vorangetriebene Neuausrichtung. «In den letzten Monaten hat sich bei VW so viel getan wie in den zwanzig Jahren zuvor nicht.»

Profitabler werden

Die vorgestellten Ziele erachtet Dudenhöffer als glaubhaft. «Wenn man es spitz ausdrücken will, kann man sagen, Dieselgate war ein Gewinn für den VW-Konzern. Ohne die Dieselaffäre wäre der Konzern mit seinen alten Herren und autokratischen Führungsprinzipien in der neuen Mobilitätswelt zugrunde gegangen.» Laut Dudenhöffer müsse der Konzern vor allem bei der Kernmarke VW profitabler wirtschaften. Der Konzern weise eine deutlich niedrigere Arbeitsproduktivität aus als die Wettbewerber mit General Motors oder Toyota.

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