Die Zeit eilt: Bulgari und Co. schmieden einen Plan B für den Genfer Uhrensalon

Der abgesagte Uhrensalon könnte in der Calvin-Stadt doch noch stattfinden. Luxus-Marken planen eine Alternativveranstaltung - mit einem neuen Konzept und der Unterstützung von Pierre Maudet.

Benjamin Weinmann
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Hat das letzte Stündchen des Genfer Uhrensalons 2020 doch noch nicht geschlagen?

Hat das letzte Stündchen des Genfer Uhrensalons 2020 doch noch nicht geschlagen?

Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE

Der Genfer Uhrensalon hätte dieses Jahr erstmals unter dem neuen Namen «Watches & Wonders Geneva» Ende April stattfinden sollen. Doch das Corona-Virus machte der Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung – und sorgt für Ausfälle in Millionenhöhe. Auch die „Basel World“ wurde abgesagt.

Doch nun schmieden gleich mehrere Luxus-Uhrenhersteller einen Plan B, wie RTS berichtet. Sie planen die «Independent Geneva Watch Days» Ende April, und zwar an den selben Daten wie die «Watches & Wonders Geneva», vom 26. bis 29. April. Die Idee: Die Veranstaltung soll dezentral stattfinden, in mehreren grossen Hotels in Genf. Denn Events mit mehr als 1000 Teilnehmenden wurden vom Bundesrat verboten. Zu den Initianten gehören die Marken Bulgari, Breitling, Ulysse Nardin, Girard-Perregaux und MB&F.

Der Geschäftsführer von Bulgari, Jean-Christophe Babin, gab die kurzfristige Strategieanpassung am Montag in der RTS-Wirtschaftssendung TTC bekannt. «Dies soll es den Marken und Medien insbesondere in Europa, aber auch anderswo, ermöglichen, neue Produkte zu entdecken und zu bestellen, trotz der Absage von zwei grossen Uhrenmessen.»

Staatsrat Pierre Maudet findet die Idee gut

Mit der neuen, dezentralen Veranstaltung wolle man die Genfer Uhrenmesse aber nicht «auf lange Sicht» ersetzen, sagt Babin. Dennoch soll sie der Verlangsamung in der Uhrenindustrie in den letzten Jahren entgegenwirken. Der Genfer Staatsrat Pierre Maudet, zuständig für die Wirtschaft des Kantons, begrüsst die Initiative der Luxus-Uhrenhersteller. Er sieht darin einen «bedeutenden Beitrag zur Genfer Wirtschaft in einer sehr schwierigen Zeit».

Die Initianten betonen derweil, eng mit den Behörden zu kooperieren, um eine «maximale Sicherheit» für die Teilnehmenden zu gewährleisten.

Fragt sich, ob die Autoindustrie ähnliche Pläne in petto hat. Denn auch der Genfer Autosalon, die im vergangenen Jahr über 600‘000 Besucher anlockte, musste abgesagt werden. Doch die grossen Luxusschlitten lassen sich nun mal weniger einfach in einem Hotel-Konferenzraum präsentieren als eine Bulgari-Uhr.

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