DIE WIRTSCHAFT WÄCHST: Comeback der Schweizer Industrie

Im neuen Jahr haben die Exporte wieder tüchtig angezogen, und das auf breiter Front. Das stützt das hiesige Bruttoinlandprodukt. Aber noch ist nicht alles in Butter.

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Enttäuschend, gemessen an den Erwartungen, aber überzeugend in vielen Details – so lässt sich das Urteil von Fachleuten über die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft im 1. Quartal 2017 zusammenfassen. Das reale Bruttoinlandprodukt expandierte gegenüber dem Vorquartal um 0,3% (siehe Grafik) und im Vorjahresvergleich um 1,1%. Erwartet worden waren, auch dank allgemein guter Stimmung, etwas kräfti­gere Belebungen. Die BAK Basel weist aber darauf hin, dass ein substanzieller Teil der Nachfrage bisher mittels Lagerabbau befriedigt worden sei. Zudem ist das Wachstum des Privatkonsums mit 0,1% gegenüber Vorquartal fast eingefroren. Dahinter stecken etwa die tiefen Ölpreise, der warme Winter oder die Abnahme der Nettozuwanderung.

Von den nackten Zahlen her überzeugender sind die Warenexporte, die um 3,9% zunahmen, sowie die Investitionen in Ausrüstungen (+1,7%) und den Bau (+0,4%). Die BAK sieht eine solide Weltwirtschaft hinter dem Exportschub, der laut der VP Bank zudem breit abgestützt ist, mit der Chemie- und Pharmabranche einmal mehr als Zugpferd. Das Plus der Ausrüstungsinvestitionen (in Fahrzeuge, Maschinen, Anlagen usw.) wiederum zeigt laut der Bank, «dass die eidgenössischen Firmen nach wie vor mit dem heimischen Standort zufrieden sind und hier auch entsprechend investieren».

Als «frohe Botschaft» des Zahlenwerks erwähnt die Bank sodann, «dass die Unternehmen nicht mehr allzu stark unter dem starken Franken leiden». Weil «Bremsspuren der Frankenaufwertung kaum noch erkennbar» seien, dürfte laut der VP Bank auch die Schweizerische Nationalbank zufrieden sein, weil ihr dies ihre Arbeit im Kampf gegen die Frankenstärke erleichtert. Allerdings gibt es auch Umfragen, etwa im Maschinen- und Metallbau, wonach noch immer vielen Unternehmen die erodierte Marge zu schaffen macht. (T. G.)