Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Joachim Gauck am Rheintaler Wirtschaftsforum: Die Welt gehört den Mutigen

Der deutsche alt Bundespräsident Joachim Gauck fordert am Rheintaler Wirtschaftsforum, dass sich Menschen nicht der «süssen Ohnmacht» eines lenkenden Staates hingeben, sondern eigenverantwortlich handeln sollen.
Christof Lampart
Joachim Gauck am Rheintaler Wirtschaftsforum in Widnau. (Bild: Michel Canonica)

Joachim Gauck am Rheintaler Wirtschaftsforum in Widnau. (Bild: Michel Canonica)

Der Preis der Rheintaler Wirtschaft, der jeweils am Wirtschaftsforum verliehen wird, geht diesmal an die Säntis Packaging AG, Rüthi. Jurypräsident Karl Stadler bezeichnete in der Laudatio die Inhaberin und CEO der Säntis Packaging AG, Bettina Fleisch, aus vier Gründen als würdige Preisträgerin. Sie vereinige nämlich die Fähigkeit zum steten Wandel, die kluge strategische Positionierung der Firma, eine nie nachlassende Innovationsbereitschaft sowie die Bereitschaft, sich immer wieder unternehmerisch einzubringen, aufs Beste.

Vertraut mit der direkten Demokratie

Der deutsche alt Bundespräsident Joachim Gauck bekannte am Forum, die direkte Demokratie zu mögen – doch sei dieses Politiksystem ausserhalb der Schweiz eher Gefahr denn Segen. Dass dieses in der Schweiz so gut funktioniere, sei darauf zurückzuführen, dass das Volk es über Generationen hinweg eingeübt habe. Dennoch sei es wichtig, dass der Bürger seine Eigenverantwortung im Staat wahrnehme. In der DDR habe man hingegen das «Gift der süssen Ohnmacht» genossen, wurden einem doch alle Entscheide abgenommen. Dies habe sich nach dem Mauerfall gerächt.

(Bild: Michel Canonica)

(Bild: Michel Canonica)

«Nach der Wende gab es nur noch Menschen, die nach staatlichen Vorgaben gearbeitet hatten. Sie waren es zwar gewohnt, etwas zu leisten, aber nicht mehr innovativ», so Gauck. Diese Mutlosigkeit spiele heute in viele gesellschaftliche Bereiche hinein und erkläre, warum rechtsnationale Gruppierungen, welche die «gute alte Zeit» idealisierten, so Zulauf hätten. Der St. Galler Regierungsratspräsident Stefan Kölliker wünschte sich eine Gesellschaft, die vermehrt «Mut- statt Wutbürger», hervorbringen möge. Dies sei jedoch in einer Zeit, in der viele Leute nur darauf warteten, dass Pioniere, die etwas wagten, scheiterten, keine Selbstverständlichkeit mehr.

Lino Guzzella, bis Ende 2018 ETH-Präsident, erklärte, dass früher oder später alles automatisiert werden wird, was sich automatisieren lasse. Insbesondere Südostasien arbeite mit Hochdruck an der Digitalisierung der Gesellschaft. Damit man im Westen dagegenhalten könne, brauche es jedoch kluge Köpfe, die kritisch gängige Regelungen hinterfragten. Es brauche nicht nur mehr kreative Professoren in der Schweiz, sondern auch eine bessere Fehlerkultur und den Mut zum steten Wandel.

Ähnlich tönte es von der Ems-Chefin und SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (siehe auch Interview unten). Sie verwies darauf, dass eine Firma oder ein Land wie die Schweiz nur dann vorwärtskommen könne, wenn man bereit sei, persönlich ins Risiko zu gehen.

(Bild: Michel Canonica)

(Bild: Michel Canonica)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.