Die Verbindung passt

Nach Rekorden bei Umsatz, Auftragseingang und Gewinnzahlen setzt Huber + Suhner weiterhin auf organisches Wachstum. Zur Bewältigung erhöht der Technologiekonzern seine Investitionen.

Thomas Griesser Kym
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Spezialkabel von Huber + Suhner für ein Experiment am Kernforschungszentrum Cern in Meyrin bei Genf. (Bild: http://cdsweb.cern.ch)

Spezialkabel von Huber + Suhner für ein Experiment am Kernforschungszentrum Cern in Meyrin bei Genf. (Bild: http://cdsweb.cern.ch)

Zürich. Huber + Suhner geht es gut. So gut, dass Konzernchef Urs Kaufmann für 2011 von einem Jahr der «Konsolidierung» sprechen kann, obwohl er ein organisches Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich sowie eine operative Marge (2010: 12,7%) innerhalb des Zielbandes von 9% bis 12% erwartet und um die Hälfte erhöhte Investitionen von 60 Mio. Fr. vorstellt. Allein 30 Mio. Fr. kostet das neue Kunststoff-Mischwerk, das nächsten Monat in Pfäffikon ZH eingeweiht wird.

Bei dem Technologiekonzern findet sich kaum ein Haar in der Suppe. So machte etwa der starke Franken dem Unternehmen letztes Jahr etwas zu schaffen, doch wurde dies umsatzmässig durch den gestiegenen Kupferpreis ausgeglichen. Ertragsseitig wiederum federte Huber + Suhner den negativen Währungseinfluss ab, indem verstärkt in Euro und Dollar eingekauft wurde. Andererseits hilft der starke Franken Huber + Suhner bei der zweiten Grossinvestition, dem Bau eines Kabelwerks nahe Shanghai, das Mitte 2012 in Betrieb gehen soll. Erstmals wird Huber + Suhner dann Kupferkabel auch ausserhalb der Schweiz fertigen. Kaufmann betonte, es gehe nicht in erster Linie um kostengünstigere Herstellung, sondern vor allem um logistische Vorteile, sprich: Nähe zu Kunden. In der Tat hat China letztes Jahr Deutschland als grössten Absatzmarkt Huber + Suhners abgelöst. In Japan dagegen ist man nur minim tätig.

Höhere Margen

Zweiter Wachstumsmotor neben China und Südostasien war die Sparte Niederfrequenz, die ihre Verkäufe um gut die Hälfte steigern konnte und etwas mehr als den halben Konzernumsatz erarbeitete. Nach der Delle von 2009, bedingt durch die Krise der Weltwirtschaft, bestellten letztes Jahr die Kunden wie verrückt. Gefragt waren vor allem Kabel und Stecker für Solaranlagen, Bahnen und Autos, wobei Innovationen und der laufende Übergang von einzelnen Komponenten zu ganzen Systemen das Geschäft zusätzlich belebten. Was Kaufmann ebenfalls freut: Mit Systemen generell und Produkten speziell für die Hauptmärkte Transport und Industrie lassen sich höhere Margen generieren als mit Einzelkomponenten und Erzeugnissen für den Kommunikationsmarkt. Dieser tendierte 2010 noch relativ schwach, doch sieht Kaufmann auch hier viel Potenzial angesichts steigender Nachfrage nach Bandbreite in der Kommunikation – Stichwörter: Smartphones, hochauflösendes Fernsehen HDTV, Video-on-demand usw.

An der Grenze der Kapazität

Speziell in der Niederfrequenz waren die Order derart umfangreich, dass Huber + Suhner kaum nachkam mit Liefern. Vor allem in der Schweiz – besonders in Pfäffikon – wurde rund um die Uhr gearbeitet; Vier-Schicht-Betrieb und Wochenendarbeit waren die Regel. Die Investitionen, deren Umfang auch 2012 gross bleibe, sollen künftig Linderung bringen. Um ein Klumpenrisiko wie vor zehn Jahren mit den UMTS-Antennen zu vermeiden, will man vor allem in der Niederfrequenz neue Anwendungsgebiete forcieren.