Die UBS sitzt auf der Anklagebank

Die UBS steht in den USA erneut unter Druck. Die Anklage gegen den obersten Vermögensverwalter vor US-Bundesgericht könnte erst der Anfang sein.

John Dyer
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Boston. Der Schlag sitzt: Die Bundes-Anklagekammer in Florida hat am Mittwoch den obersten UBS-Vermögensverwalter der Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt. Raoul Weil, Mitglied der UBS-Konzernleitung, soll dafür verantwortlich sein, dass 17 000 US-Bürger Vermögen in Höhe von 20 Mrd. $ an der US-Steuerbehörde vorbeigeschleust haben. Weil habe mit andern Bankmitarbeitern konspiriert. Es seien speziell gesicherte Laptops, Nummernkonten und geheimdienstliche Methoden verwendet worden, um die Identität der Kunden vor den Steuerbehörden geheim zu halten. Mit der Anklage gegen Weil ist auch klar, dass weitere Anklagen gegen UBS-Mitarbeiter folgen können. «Banker, die für Steuerhinterziehung in den USA geworben haben, werden zur Verantwortung gezogen», sagte John Marrella vom US-Justizministerium. Weils Anwalt, Aaron Marcu, hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Weil trat sofort nach der Anklage von seinen Funktionen zurück, wie die UBS am späten Mittwochabend mitteilte.

Das Eidgenössische Finanzdepartement hat von der Anklage Kenntnis genommen. Sie werde nicht kommentiert, weil die Anklage im Zusammenhang mit laufenden Ermittlungen wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung stehen und Teil eines inneramerikanischen Verfahrens sei.

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