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Die Suva im Wandel der Zeit

Unfallversicherung Die Suva wird am 1. April 100 Jahre alt. Die 1912 an der Urne beschlossene Versicherung, die 1918 mitten in sozialen Spannungen ihren Betrieb aufgenommen hat, gilt als ältestes grosses Sozialwerk der Schweiz und als wegweisendes Modell der Sozialpartnerschaft. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) hat ihren Hauptsitz seit Beginn in Luzern. Die Feier stieg gestern aber in Spiez beim Bahnunternehmen BLS, das seit je seine Mitarbeitenden bei der Suva versichert.

Gabriele Gendotti, Präsident des Suva-Rats, erinnerte an der Feier an die grossen sozialen Probleme während der Industrialisierung. Die Menschen seien mobiler geworden, und die gegenseitige Hilfe in den Familien habe sich aufgelöst. Bei den Unternehmern habe eine Laissez-faire-Mentalität geherrscht. Sei ein Arbeiter durch Unfall arbeitsunfähig geworden, seien er und seine Familie verarmt, denn eine soziale Absicherung habe gefehlt.

Sozialpartnerschaft hat Bestand

Einen ersten Arbeiterschutz schuf 1877 das Fabrikgesetz, das die Arbeitszeit auf elf Stunden pro Tag beschränkte und eine wenig praktikable privatrechtliche Haftpflichtversicherung für Betriebsinhaber vorsah. Nach einer gescheiterten Abstimmung 1900 wurde 1912 an der Urne der Schaffung einer obligatorischen Unfallversicherung zugestimmt, die als öffentlich-rechtliches Un­ternehmen gegründet wurde.

Die Suva wurde von den Pa­trons und den Arbeitern selbst verwaltet. Die Sozialpartnerschaft gilt noch immer. Dem Suva-Rat gehören neben 8 Vertretern des Bundes je 16 der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer an. Bei der Suva sind 128000 Unternehmen mit zwei Millionen Beschäftigten gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Auch die Arbeitslosen und Militärdienstleistenden sind versichert. Grossen Wert legt die Suva laut ihrem Chef Felix Weber auf die Vermeidung von Unfällen und deren Folgekosten. Im Ge­gensatz zu früher habe sich die Einsicht durchgesetzt, dass alle Verantwortung tragen müssten in der Prävention und der Arbeitssicherheit. Seit den 1980er-Jahren verunfallen die Arbeitnehmer übrigens häufiger in der Freizeit als am Arbeitsplatz. (sda)

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