Die Strabag baut sich aus

Mit dem Erwerb von zwei Schweizer Baufirmen stärkt der österreichische Baukonzern Strabag seine Position in der Schweiz weiter. Erhöht wird auch die Bautätigkeit in der Ostschweiz.

Thomas Griesser
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Mineure der Strabag verfolgen den Durchschlag der Neat-Oströhre zwischen Erstfeld und Amsteg Mitte Juni 2009. (Bild: ky/Sigi Tischler)

Mineure der Strabag verfolgen den Durchschlag der Neat-Oströhre zwischen Erstfeld und Amsteg Mitte Juni 2009. (Bild: ky/Sigi Tischler)

Wien/Zürich. Seit geraumer Zeit verfolgt die Strabag als grösster Baukonzern Mittel- und Osteuropas die Strategie, die Tätigkeit in der Schweiz kontinuierlich auszubauen. Vor zehn Jahren erwarb sie den Tunnelbauer Murer, 2004 Züblin Schlittler Spaltenstein sowie Eggstein. 2005 kaufte die Strabag die Strassen- und Tiefbaufirmen der Weinfelder Egolf-Gruppe. 2008 kamen die Zürcher StraBAG sowie Frey + Götschi hinzu. 2009 scheiterte der Versuch, dem britischen Hedge-Fonds Laxey dessen Paket am Schweizer Branchenführer Implenia abzukaufen.

Nun aber schlägt die Strabag, deren Mineure in der Schweiz am Bau des Gotthardtunnels für die Neat beteiligt sind, erneut zu. Zu einem ungenannten Preis kauft der Wiener Konzern die beiden traditionsreichen Schweizer Baufirmen Brunner Erben Holding AG in Zürich und Astrada AG mit Sitz im solothurnischen Subingen. Mit diesen Akquisitionen kann die Strabag ihren Umsatz in der Schweiz auf 800 Mio. Fr. erhöhen und steigt zur Nummer drei auf hinter Implenia (2,3 Mrd. Fr.) und Losinger (830 Mio. Fr.).

In Kreuzlingen und St. Gallen

Die Käufe «zeigen unsere Entschlossenheit, eine führende Rolle in all unseren Schlüsselmärkten zu spielen», sagt Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner. In der Tat ergänzen die beiden Baufirmen mit 320 Mio. Fr. die Strabag gut. So hat Brunner Erben den regionalen Schwerpunkt in Zürich und der Ostschweiz, unterhält Niederlassungen in Zürich, Kreuzlingen und St. Gallen und ist spezialisiert auf Strassen-, Tief- und Spezialtiefbau, Hochbau inkl. Holzbau und Transport. 700 Mitarbeitende setzen 210 Mio. Fr. um. Astrada ist vorwiegend aktiv in den Kantonen Solothurn und Bern, hat sechs Niederlassungen, 350 Angestellte und 110 Mio. Fr. Umsatz. Tätig ist das Unternehmen im Strassen- und Tiefbau, Schienen- und Ingenieurtiefbau sowie im Industrie- und Wohnungsbau.

Noch nicht am Ende des Wegs

Sämtliche gut 1050 Angestellten werden von der Strabag weiterbeschäftigt, die Marken bleiben erhalten. Die Strabag will laut Haselsteiner die Präsenz weiter ausbauen, um flächendeckend in der Schweiz zu agieren. In den kommenden Jahren setze das Unternehmen aber vorwiegend auf organisches Wachstum. Mittelfristig peile man 1,3 Mrd. Fr. Umsatz an.

Die Patrons der zwei Schweizer Firmen, Brunner-Erben-Eigentümer Peter Murbach und Astrada-Inhaber Peter Fritschi, waren gemeinsam an die Strabag herangetreten. Mit dem Verkauf regeln beide ihre Nachfolge.