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Die Russen kommen

WIL. Sowjetische Briefmarken spielen eine wichtige Rolle an der kommenden Versteigerung des Auktionshauses Rapp. Ebenfalls im Mittelpunkt steht eine Sammlung alter Goldmünzen.
Thomas Griesser Kym
Marianne Rapp Ohmann, Geschäftsführerin des Auktionshauses Peter Rapp AG, zeigt einen sowjetischen Briefmarkenblock aus dem Jahr 1932. (Bild: Urs Bucher)

Marianne Rapp Ohmann, Geschäftsführerin des Auktionshauses Peter Rapp AG, zeigt einen sowjetischen Briefmarkenblock aus dem Jahr 1932. (Bild: Urs Bucher)

Erst vor fünf Jahren hat die Peter Rapp AG begonnen, zusätzlich zu Briefmarken auch Münzen in grösserem Stil zu versteigern. Denn: «Viele Sammler sammeln sowohl Marken als auch Münzen», weiss Geschäftsführerin Marianne Rapp Ohmann. Dennoch sind Münzen ein anderes Geschäftsfeld, denn sie erfordern eine andere Expertise. So herrschte bei Rapp denn anfänglich auch Skepsis über das Gelingen der Expansion.

2500 Goldmünzen als Glücksfall

Mittlerweile ist klar: Das Wagnis hat sich gelohnt. «Der Umsatz in diesem Segment steigt steil nach oben», sagt Rapp, und «wir haben viele Neukunden gewonnen.» Dass das Auktionshaus auf dem richtigen Weg ist, zeigt auch die bevorstehende Auktion: Rapp ist die Sammlung «Rheingold» anvertraut worden, eine Kollektion aus 2500 Goldmünzen, die fast alle Ausgaben des Deutschen Kaiserreichs von 1871 bis 1918 umfasst. Marianne Rapps Vater und Firmengründer Peter Rapp jedenfalls konnte es kaum fassen, als er diesen Bestand zum ersten Mal zu Gesicht bekam. «Die Sammlung ist für uns ein Glücksfall», sagt denn auch Marianne Rapp.

Der Einfluss des Goldpreises

Der Wert der Sammlung «Rheingold» wird auf 1,5 Mio. bis 2 Mio. Fr. veranschlagt, wobei Rapp jeweils konservativ zu schätzen pflegt. Klar ist, dass die Sammlung nicht erhalten bleibt, denn sie wird in Tranchen von Einzelmünzen und Serien versteigert. Rapp erwartet als Interessenten auch viele Händler, die Münzen für Kunden ersteigern wollen, um Lücken in deren Teilsammlungen zu füllen.

Dass der Goldpreis auf ein Fünfjahrestief gesunken ist, ist bei dieser Sammlung egal. «Es handelt sich um Sammlermünzen», sagt Rapp, also um alte, rare Stücke. Als Beispiel nennt sie eine Münze, deren Gold etwa 300 Fr. wert ist, die mit einem Startpreis von 2000 Fr. zur Versteigerung gelangt, für die aber bereits ein Gebot über 10 000 Fr. vorliegt. Im Gegensatz dazu spielt bei Anlagemünzen wie dem Krügerrand, dem Maple Leaf oder dem American Eagle der Goldpreis sehr wohl eine Rolle. Aber auch hier relativiert Rapp, denn historisch gesehen sei er noch immer relativ hoch: «Wer solche Münzen vor zehn oder zwanzig Jahren gekauft hat, erzielt noch immer eine gute Marge, wenn er sie jetzt versteigern lässt.»

Bei den Briefmarken stechen an der kommenden Auktion etwa zwei Markenpaare des «Basler Dybli» hervor.

Russische Patrioten

Oder Marken aus der ehemaligen Sowjetunion, die dieses Jahr zahlreiche Russen anlocken. «Wie die Chinesen sind auch die Russen Patrioten und haben es auf Marken aus ihrer Heimat abgesehen», weiss Rapp. Ausser den Russen sammelten nur Amerikaner, vor allem Immigranten, sowjetische Marken im grossen Stil. Was das Sammelgebiet Sowjetunion speziell mache, seien auch zahlreiche Abarten wie Fehldrucke oder ungezähnte Briefmarken. Kommt hinzu: Aus der Sowjetunion sind laut Rapp nur wenige gute Stücke auf dem Markt, und um die buhlen viele Russen, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zu Geld gekommen sind.

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