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Bankwesen: Die Rothschilds
neu ganz privat

Die Genfer Bank Edmond de Rothschild zieht sich von der Börse zurück. Die Bindungen zur Finanzgruppe des britisch-französischen Familienstamms sind gekappt.
Daniel Zulauf
Vor dem Genfer Sitz der Bank Edmond de Rothschild. (Bild: Martial Trezzini/Keystone; 6. Dezember 2018)

Vor dem Genfer Sitz der Bank Edmond de Rothschild. (Bild: Martial Trezzini/Keystone; 6. Dezember 2018)

Die Vermögensverwaltungsbank Edmond de Rothschild zieht sich von der Schweizer Börse zurück. «Ich wurde 2015 zur Präsidentin der Geschäftsleitung der Edmond-de-Rothschild-Gruppe ernannt, um eine solide und vereinte Bankengruppe zu formen, die aus ihrem einzigartigen Namen Nutzen zieht», lässt sich Ariane de Rothschild in der gestern verbreiteten Medienmitteilung zitieren. Das in Genf ansässige Institut steht zwar schon seit langer Zeit zu mehr als 83 Prozent des Kapitals im Eigentum der Familienholding des Ehepaars Benjamin und Ariane de Rothschild. Doch das Going private werde die Bindung der Familie und ihre Ambition zu wachsen zusätzlich unterstreichen, fügt Verwaltungsratspräsident Benjamin Rothschild an.

Die Publikumsaktionäre werden demnächst ein formelles Angebot zum Verkauf ihrer Inhaberaktien zum Stückpreis von 17945 Franken erhalten. Die Titel legten gestern um gegen 8 Prozent auf 17600 Franken zu.

Neustrukturierung der Gruppe

Der geplante Börsenrückzug geht einher mit einer Neustrukturierung der Gruppe und der Zusammenlegung der Organisationen in Frankreich und der Schweiz. Zuvor hat die Bank bereits ihre Bande zur Finanzgruppe des britisch-französischen Familienstammes aufgelöst. Deren in der Schweiz ansässige Rothschild Holding war mit 8,4 Prozent der Anteile an der Edmond de Rothschild Bank beteiligt. Diese hielt ihrerseits einen Anteil von 9,5 Prozent an der Holding.

Zusätzlich besassen die Genfer Rothschilds 5,7 Prozent an der französischen Investmentbank Rothschild & Co., die wiederum die alteingesessene Londoner Investmentbank kontrolliert. Vor drei Jahren waren die beiden Familienstämme in einem Streit um die Nutzungsrechte an dem im Bankgeschäft besonders traditionsreichen Namen vor ein Gericht in Paris gegangen. Offenbar waren diese Rechte nur in einem Gentlemans Agreement geregelt, das die Verbindung des Familiennamens mit einem ganzen oder abgekürzten Vornamen oder einer anderen Voranstellung verlangte.

Nach einem Generationenwechsel im britischen-französischen Familienstamm konnte der Streit gütlich beigelegt werden. Die Bankiersgeschichte der Rothschilds hatte im 18. Jahrhundert im Frankfurter Ghetto ihren Anfang genommen, als Mayer Amschel Rothschild seine fünf Söhne in die Welt hinaus schickte, wo sie Finanzgeschäfte tätigen sollten.

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