Die Rezession kommt bestimmt

Für SGKB-Investment-Chef Thomas Stucki ist eine Rezession unausweichlich. Es bestehen aber Chancen auf eine schnelle Erholung.

Kaspar Enz
Drucken
Teilen
Die Börsen sind noch auf der Suche nach Stabilität. (Bild: EPA)

Die Börsen sind noch auf der Suche nach Stabilität. (Bild: EPA)

«Die Rezession ist vorprogrammiert.» Da ist sich Thomas Stucki, Chief Investment Officer der St.Galler Kantonalbank, ziemlich sicher. Die Frage sei eher, wie schnell sich die Wirtschaft wieder erhole, wie er an einer Telefonkonferenz mit Medienvertretern sagte. Wichtig sei dabei, dass die Arbeitslosigkeit nicht zu hoch steige und dass die Unternehmen in der Lage seien, den Lockdown zu überbrücken. Dabei seien sie auch auf Hilfe der Staaten angewiesen, sagte Stucki. Die Massnahmen, die in der Schweiz beschlossen wurden, seien richtig.

Anders als nach der Finanzkrise könnte sich Europa schneller erholen als die USA, meint Stucki. «Die europäischen Länder scheinen beim Krisenmanagement besser zu sein». Schnell erholen könnte sich zumindest die Binnenwirtschaft, sobald der Lockdown beendet sei. Gerade der Tourismus und die Reiseindustrie dürften sich aber noch lange nicht erholen.

Pharmatitel vielversprechend

In diesem Sinne rät Stucki Anlegern, ihr Portfolio anzuschauen. Auch wenn die Aktienmärkte derzeit verrückt spielten, dürften sich Titel aus der Pharma oder der Konsumgüterindustrie schnell erholen. Die Wertverluste vieler Aktien könnten im Moment auch den einen oder anderen Zukauf lohnend machen.

Die Kursausschläge an den Börsen dürften noch einige Wochen weitergehen, sagt Stucki. Unsicherheiten und Rezessionsängste seien weiterhin gross. Seit den ersten Coronafällen im Westen haben europäische Börsen um die 30 Prozent verloren. «Noch suchen die Märkte Stabilität», sagt Stucki. Um diese zu erreichen, müssten drei Bedingungen erfüllt sein. Die Hilfsprogramme der Staaten müssen umgesetzt werden, und ein Ende des Lockdowns müsse absehbar sein. Und, ganz wichtig: Die Zahl der Infizierten muss abnehmen.

Mehr zum Thema

TKB-Millionen für Corona-Hilfe

Die SVP Thurgau will die 127 Millionen Franken aus dem Teilverkauf der Thurgauer Kantonalbank für die Bewältigung der Corona-Krise einsetzen.
Thomas Wunderlin