Transparenz
Die Pleite von Siroop wirft Fragen nach der Rolle von Hansueli Loosli auf

Der Schwyzer SVP-Ständerat Alex Kuprecht will vom Bundesrat wissen, was das Joint Venture Swisscom gekostet hat und in welcher Höhe die beiden Firmen Swisscom und Coop für die Verluste aufkommen. Er zielt mit seiner Anfrage aber auch auf Hansueli Loosli.

Beat Schmid
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Hansueli Loosli ist Doppel-Präsident.

Hansueli Loosli ist Doppel-Präsident.

Keystone

Ein war ein krachendes Ende von Siroop, des E-Commerce-Unternehmens von Coop und Swisscom. Über 50 Millionen Franken sollen in den Sand gesetzt worden sein. Dabei hatten die Initianten doch so viel vor: Man wollte mit Siroop dem US-Riesen Amazon Paroli bieten. Doch die Schweizer Online-Plattform litt an technischen Kinderkrankheiten und fand nie die Gunst des Publikums.

Das Gemeinschaftswerk hob nie ab. Die Umsätze verharrten auf tiefem Niveau. Für die Konsumenten wurde nie klar, wofür Siroop genau stand. Besser machte es die Migros, die ihre Online-Plattformen Galaxus und Digitec glasklar positionierte.

Die Millionenpleite des Joint Ventures brachte den Schwyzer Ständerat Alex Kuprecht dazu, beim Bundesrat eine Anfrage zu deponieren. Für den Politiker der Schweizerische Volkspartei sei «angezeigt, dass die Öffentlichkeit erfährt, was das Joint Venture Swisscom gekostet hat und in welcher Höhe die beiden Firmen Swisscom und Coop für die Verluste aufkommen». Kuprecht forderte den Bundesrat auf, in dieser Sache Transparenz zu schaffen.

Der SVP-Politiker zielte mit seiner Anfrage auch auf Hansueli Loosli, der gleichzeitig Präsident von Swisscom und von Coop ist. So fragt er den Bundesrat, ob dieser die Auffassung teile, wonach eine «saubere Aufarbeitung des Fehlinvestments» nicht zuletzt auch deshalb angezeigt sei, «da der Swisscom-Verwaltungsratspräsident gleichzeitig auch dem Verwaltungsrat der Partnerfirma Coop vorsteht?»

Und zum Schluss wollte Kuprecht wissen, ob der Bundesrat bereit sei, «aufgrund dieses gescheiterten Projektes, das ganz offensichtlich schlecht aufgegleist war, und im Kontext des Postautodebakels, seine Eignerstrategie nun zu überdenken?»

Antwort nach zwei Monaten

Nach zwei Monaten publizierte nun das zuständige Departement von Doris Leuthard die Antworten auf die Fragen. Es sei «nicht am Bundesrat, an stelle von Swisscom Informationen über Einzelheiten der Geschäftsführung zu veröffentlichen».

Zu Looslis Rolle meinte das Uvek: Der Bundesrat erkenne keinen Zusammenhang zwischen dem «Misserfolg» von Siroop und dem Mandat des Präsidenten von Swisscom bei Coop. «Der Bundesrat geht davon aus, dass im Fall möglicher Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Siroop die übliche Ausstandregelung im Verwaltungsrat von Swisscom zur Anwendung kam.» Überprüft hat er das anscheinend nicht.

Und zu einem möglichen Zusammenhang mit Postauto schreibt die Regierung, dass es eben gerade keinen Zusammenhang zwischen dem Scheitern von Siroop und den Vorgängen bei Postauto gebe und sie deshalb auch keinen Anlass sehe, die strategischen Ziele der Swisscom zu überdenken.

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