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Die Peitsche der Technologie

Kommentar

Einst galt Bühler als Maschinenbauer. Bekannt für seine Mühlen, die Weizen zu Mehl mahlen. Mühlen baut Bühler noch immer, und das als unangefochtener Weltmarktführer. Aber das Unternehmen hat sich gewandelt, hin zum Technologiekonzern. Forschung & Entwicklung, Engineering, Prozesse und der Service sind immer wichtiger geworden. Denn Industrie und Märkte wandeln sich rapide. Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit spielen immer grössere Rollen, Kunden wollen individuelle Gesamtlösungen. Nur so können sie im Wettbewerb mit ihrer Konkurrenz punkto Innovation, Produktivität und Qualität bestehen.

All dies gebietet es, dass Bühler seine Kunden von Beginn an mit einbezieht und mit ihnen Lösungen entwickelt. Dafür unterhält der Konzern am Hauptsitz in Uzwil ein Kundenausbildungszentrum, und am selben Ort ist der Bau eines Innovationscampus aufgegleist. Hier will Bühler nicht nur mit Kunden kooperieren, sondern auch mit Start-ups, Wissenschaftern, Aus­zubildenden und Lieferanten – auf der ständigen Suche nach neuen Produkten und Services.

Der Erwerb der Haas-Gruppe passt in dieses Bild. Sie ist Weltmarktführerin bei Anlagen für Waffeln und Kekse. Diese ergänzen Bühlers Anlagen für die Schokoladeproduktion und damit die Wertschöpfungskette bei Süsswaren. Freilich hat Haas ein Handicap: Vor dem Hintergrund des rasanten Technologiewandels und der immer ausgefeilteren Kundenwünsche droht das Unternehmen an Boden zu verlieren. Haas ist zu klein, zu wenig global präsent und nicht genügend investitionsstark, um in diesem Wettrennen längerfristig an der Spitze mitzuhalten.

Die Integration in den Bühler-Verbund soll nun Haas’ Weltmarktführerschaft festigen. Trotz der guten Ausgangslage dürfte die Einbindung viel Manpower und einige Zeit brauchen. Zugute kommt den Unternehmen, dass sie beide in Familienbesitz sind. Damit stehen sie nicht unter dem Druck der Börse. Allerdings wächst der in 140 Ländern präsente Bühler-Konzern mit Haas auf über 12000 Mitarbeitende und 2,8 Milliarden Franken Umsatz. Das sind Dimensionen, bei denen andere Unternehmen zwecks besseren Zugangs zu den Kapitalmärkten längst an die Börse gegangen sind – oder zumindest darüber nachdenken.

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