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Martullo-Blocher: «Die Ostschweiz geht in Bern oft etwas vergessen»

Magdalena Martullo-Blocher, Unternehmerin und SVP-Nationalrätin, kam ebenfalls ans Rheintaler Wirtschaftsforum. Im Interview spricht sie über Arbeitsplätze, den Brexit und den Wirtschaftsstandort Schweiz.
Interview: Christof Lampart
Magdalena Martullo-Blocher am Rheintaler Wirtschaftsforum. (Bild: Michel Canonica)

Magdalena Martullo-Blocher am Rheintaler Wirtschaftsforum. (Bild: Michel Canonica)

Magdalena Martullo-Blocher, welche berufliche und private Beziehung haben Sie zum Rheintal?

Durch das St. Galler Rheintal fahre ich, wenn ich von unserem Unternehmen in Romanshorn zu unserem Firmenstandort nach Domat/Ems fahre. Das obere Rheintal, also die Bündner Seite, kenne ich natürlich viel besser. Sie ist etwas wilder und enger.

Was macht für Sie den Reiz einer solchen Veranstaltung wie das Rheintaler Wirtschaftsforum aus?

Die Schweiz kennt ja kein eigentliches Wirtschaftszentrum wie andere Länder. Wir haben überall erfolgreiche Unternehmen. Gerade die Ostschweiz geht in Bern oft etwas vergessen. Dabei ist sie als Grenzregion besonders herausgefordert. Hier gibt es viele äusserst innovative kleine und mittlere Unternehmen. Entsprechend dynamisch geht es auch am Forum zur Sache.

Magdalena Martulla-Blocher im Gespräch mit Susanne Wille Fischlin (Bild: Michel Canonica)

Magdalena Martulla-Blocher im Gespräch mit Susanne Wille Fischlin (Bild: Michel Canonica)

Die Konjunktur in der Schweiz hat sich im Jahr 2019 deutlich langsamer entwickelt, hauptsächlich wegen der schwächeren Auslandnachfrage. Was ist aus Ihrer Sicht als erfolgreiche Unternehmerin nötig, damit diese trüberen Aussichten bald wieder aufhellen?

Die Schweiz als Exportnation hängt an der Weltkonjunktur. Schwierigere Zeiten zwingen uns alle, uns wieder auf das Wesentliche, die Stärken, zu konzentrieren und alles Unnötige und dessen Kosten wegzulassen. Wenn es darauf ankommt, sind alle viel kreativer und innovativer. Jede Veränderung bringt auch neue Chancen, die man rasch ergreifen kann.

Wie sicher sind, gerade im Zusammenhang mit der erwähnten Konjunktureintrübung, die Arbeitsplätze der Ems-Chemie hierzu­lande?

Der Werkplatz Domat/Ems ist unser grösster Forschungs- und Produktionsstandort, wo wir jährlich durchschnittlich 35 Millionen Franken investieren. Wir haben uns bereits Anfang 2018 auf eine schwächere Konjunktur eingestellt und weltweit rund 470 Effizienzmassnahmen umgesetzt. Zudem sehen wir noch viele zusätzliche Anwendungen für unsere Speziallösungen mit Kunststoffen. Diese erschliessen wir vorzu.

Der Brexit steht in knapp zwei Monaten bevor. Offen ist noch dessen genaue Ausgestaltung und dessen Auswirkungen auf das übrige Europa. Inwieweit mussten Sie Vorsichtsmassnahmen treffen, damit Sie heute sagen können: Die Ems-Chemie ist für jedes Szenario gewappnet?

Leider ist die Industrie in Grossbritannien nicht mehr so gross, weshalb es für uns nicht bedeutend ist. Wir haben aber bereits Zusatzgeschäfte vor Ort bekommen, weil unser englischer Autokunde einen lokalen Lieferanten möchte.

Weltweit werden überall vermehrt Schutzzölle wieder erhoben, man denke nur an den eskalierenden Streit zwischen den USA und China. Inwiefern ist der Ein- und Verkauf der Ems-Chemie von solchen bürokratischen Hürden betroffen?

Wir sind nirgends direkt betroffen. Aber solange der Streit nicht vom Tisch ist, bleiben weltweit die Konsumenten verunsichert und die Konjunktur wird gebremst. Als Schweizer Firma haben wir aber Vorteile, weil wir weder Amerikaner noch Chinesen sind. Diese Vorteile versuchen wir auszuspielen.

Was wünschen Sie sich fürs Jahr 2019, sowohl für sich als Unternehmerin als auch für den Wirtschaftsstandort Schweiz?

Ich hoffe, dass wir die aktuelle Gelegenheit nutzen, mit den USA ein Freihandelsabkommen abschliessen zu können. Auf der anderen Seite hoffe ich, dass wir das institutionelle Rahmenabkommen mit der EU nicht eingehen, weil wir sonst deren zentralistische Umverteilungsbürokratie übernehmen müssten und unsere Löhne unter Druck kämen. Für beide Anliegen kämpfe ich auch als Politikerin.

(Bild: Michel Canonica)

(Bild: Michel Canonica)

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