«Die neue Strategie hat Hand und Fuss und ist keine Pflästerlipolitik»

Eine grossangelegte Verlagerung der Produktion ins Ausland sei für den Werkplatz Schweiz und besonders die Ostschweiz natürlich unerfreulich, sagt Remo Rosenau, Leiter Aktienanalyse bei der Neuen Helvetischen Bank. Aber die AFG-Spitze habe zu fundamentalen Massnahmen greifen müssen.

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Eine grossangelegte Verlagerung der Produktion ins Ausland sei für den Werkplatz Schweiz und besonders die Ostschweiz natürlich unerfreulich, sagt Remo Rosenau, Leiter Aktienanalyse bei der Neuen Helvetischen Bank. Aber die AFG-Spitze habe zu fundamentalen Massnahmen greifen müssen. Der Analyst steht der neuen Strategie positiv gegenüber, denn: «Die neue Strategie hat Hand und Fuss und ist keine Pflästerlipolitik.» Endlich sei der Konzern ganzheitlich durchleuchtet worden. Und das war auch nötig. Wie sagte gestern AFG-Chef Alexander von Witzleben? «Das Wasser steht uns bis zur Oberlippe.» Rosenau betont, dass es ein Vorteil sei, in Michael Pieper und dessen Beteiligungsgesellschaft Artemis einen starken Ankeraktionär der AFG zu haben. In der Finanzkrise 2008/2009 habe das heute kriselnde Sorgenkind EgoKiefer richtig gut Geld verdient. Mit dem schwachen Euro und starken Franken rentierte aber plötzlich der Import, und die Margen des Fensterbauers brachen ein, bis kein Geld mehr verdient wurde. Von den insgesamt 1400 Arbeitsplätzen der AFG in der Schweiz würden 1000 gerettet, wenn der Plan aufgeht. «Und das ist besser, als die 1000 auch noch zu verlieren», sagt Remo Rosenau. (bor)