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Kommentar


Raiffeisen: Die neue Crew muss es richten

Wegen des Wirbels um eine Liebesbeziehung muss Raiffeisen-Chef Patrik Gisel seinen Posten abrupt räumen. Für seinen Arbeitgeber ist dies ein weiterer Teil einer veritablen Bruchlandung. Nun geht es für eine neue Crew ans Aufräumen.
Thomas Griesser Kym
Wirtschaftsredaktor Thomas Griesser Kym (Bild: Ralph Ribi)

Wirtschaftsredaktor Thomas Griesser Kym (Bild: Ralph Ribi)

Patrik Gisel, Pilot aus Leidenschaft, hat gekonnt durch mehrere Stürme navigiert. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen seinen Vorgänger als Raiffeisen-Chef, Pierin Vincenz, wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung haben Gisel ebenso wenig mit dem Schleudersitz aus dem Cockpit befördert wie das Zwangsverfahren der Finanzmarktaufsicht Finma betreffend eklatanter Mängel in der Corporate Governance der Genossenschaftsbank. Dies, obwohl Gisel 13 Jahre lang als Vincenz’ Copilot bei Raiffeisen fungiert hatte. Und obwohl der Finma-Bericht nahelegt, dass Gisel trotz seiner gegenteiligen Beteuerungen Kenntnis hatte von mutmasslichen Verfehlungen Vincenz’. Auch die monatelangen Probleme bei der Einführung der neuen, über eine halbe Milliarde Franken teuren Raiffeisen-Informatik wusste Gisel elegant zu umfliegen.

Erst als sich all diese Turbulenzen zu einem Wirbelsturm zusammengebraut hatten, leitete Raiffeisen eine Notlandung ein. Mitte Juli liess man Gisel seine Demission verkünden, freilich nicht per sofort, sondern per Ende Jahr. Eine sanfte Landung gewissermassen. Doch nun wird Gisel ausgerechnet eine Liaison zu einem abrupten Sinkflug zwingen. Mit Laurence de la Serna ist er eine Beziehung eingegangen. Das ist in erster Linie Privatsache, doch de la Serna war bis Mitte Juni Verwaltungsrätin von Raiffeisen Schweiz, hatte also quasi als Mitglied der Flugsicherung die Aufsicht über Gisel als Raiffeisen-Chefpilot.

Aufgrund dieser Konstellation dürfte aus dem Flug im Privatjet eine heikle Mission voller Interessenkonflikte geworden sein. Dann nämlich, falls die Beziehung begonnen hatte, als de la Serna noch im Amt war – was Gisel freilich in Abrede stellt. Zweifel bleiben allerdings. Für Gisel ist eine solche Bauchlandung verschmerzbar. Für Raiffeisen aber ist sie ein weiterer Teil einer Bruchlandung, deren Trümmer noch lange nicht weggeräumt sind.

Es obliegt nun einer rundum erneuerten Crew im Verwaltungsrat und an der operativen Bankspitze, die Bank aus ihrem Blindflug herauszuführen und ihre Strukturen gründlich zu reformieren.

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