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Ostschweizer Unternehmen: Die Nachfolge ist geregelt

Mit der Bischofszeller Elbet-Gruppe und der Rheintaler Veratron AG schlüpfen zwei Ostschweizer Elektronikfirmen unters Dach der Beteiligungsgesellschaft Rupaal. Das soll die Zukunft der Betriebe sichern.
Thomas Griesser Kym
Nachtaufnahme des Hauptsitzes der Elbet-Gruppe bei der Max Hauri AG in Bischofszell mit der hinterleuchteten Lochblechfassade. (Bild: PD)

Nachtaufnahme des Hauptsitzes der Elbet-Gruppe bei der Max Hauri AG in Bischofszell mit der hinterleuchteten Lochblechfassade. (Bild: PD)

2007 hat die Beteiligungsgesellschaft Rupaal Finanz Holding AG das erste Unternehmen übernommen. Es war die Joga Max Leimbacher AG aus Altnau am Bodensee, und mit dem Verkauf regelte die Familie Leimbacher ihre Nachfolge. Heute firmiert der Betrieb als Joga Med AG; mit 20 Mitarbeitenden stellt er pharmazeutische Süsswaren her.

In Altnau hat auch Rupaal den Sitz. Im Portfolio der Gesellschaft fanden sich bis vor kurzem sieben Schweizer Firmen aus vier Geschäftszweigen: Maschinenbau, Detailhandel, Pharma/Kosmetik und Maintenance (Unterhaltsarbeiten). Die Joga Med war allerdings das einzige Ostschweizer Unternehmen geblieben.

Nun gilt das nicht mehr: Rupaal hat kürzlich Mehrheiten an zwei weiteren Firmen erworben, die beide in der Ostschweiz domiziliert sind und unter dem Dach der Beteiligungsgesellschaft die neue Division Electronics bilden. Es sind die Bischofszeller Elbet Holding AG um die Max Hauri AG und die Veratron AG in Rüthi im Rheintal.

Daniel Hauri zieht sich etappenweise zurück

Daniel Hauri (rechts) und sein Sohn Gabriel Hauri. (Bild: PD)

Daniel Hauri (rechts) und sein Sohn Gabriel Hauri. (Bild: PD)

Der mehrheitliche Verkauf der Elbet-Gruppe wird mit der mittelfristigen Regelung der strategischen Nachfolge begründet. Der Patron und bisherige Alleininhaber Daniel Hauri, Jahrgang 1951, will sein Werk allmählich in jüngere Hände legen und arbeitet seinen Sohn Gabriel Hauri, Jahrgang 1976, in die Übernahme der operativen Leitung ein. Dieser Wechsel soll im zweiten Semester 2019 abgeschlossen sein. Daniel Hauri selber bleibt während einer Übergangszeit mit seinem Know-how der Firma erhalten und behält für zwei bis drei Jahre auch das Verwaltungsratspräsidium. «So kann ich die Unternehmen weiterhin strategisch begleiten und mitentwickeln.»

Dass Hauri dennoch Rupaal an Bord holt, begründet er wie folgt: «Wenn ich einmal nicht mehr operativ tätig bin, braucht es auf strategischer Ebene weitere Impulse und zusätzliches externes Know-how für die Zukunft der Firmen.» Die Elbet-Gruppe könne vom Netzwerk der Rupaal-Gruppe profitieren und von deren Erfahrung in der Weiterentwicklung von Unternehmen.

Arbeitsplätze erhalten und schaffen

Die Elbet-Gruppe produziert schwergewichtig elektrotechnische und elektrische Komponenten, Baugruppen und Systeme. Sie besteht aus vier Produktions- und Handelsunternehmen mit total 190 Mitarbeitenden. Deren 50 arbeiten bei der Max Hauri AG in Bischofszell, weitere 90 sind bei der Disa Elektro AG in Sarnen und der Awag Elektrotechnik AG in Volketswil beschäftigt, und die rumänische Insta Electric SA hat 50 Angestellte.

Daniel Hauri rechnet unter dem Dach der Rupaal mit einer Befruchtung des Geschäfts und neuen unternehmerischen Perspektiven, beispielsweise auch auf Auslandmärkten. Zudem dürfte es Synergien geben mit Rupaals zweiter Neuerwerbung Veratron. Diese und die Elbet-Gruppe ergänzten sich hervorragend. Ziel sei es, sagt Hauri, die Arbeitsplätze in der Ostschweiz zu behalten. «Und wir hoffen auch, neue schaffen zu können.»

Ausrüster von Jachten, Sport- und Segelbooten

Veratron in Rüthi war bisher als Continental Auto­motive Switzerland AG Teil des deutschen Autozulieferers Continental. Unter der Marke VDO Marine stellt sie aber keine Autoteile her, sondern entwickelt und produziert Instrumente für Navigation und Motorüberwachung für Sport- und ­Segelboote sowie Jachten. Con­tinental hat VDO Marine im Rahmen eines Management Buy-outs verkauft. Eine Mehrheit ging an Rupaal, und minderheitlich engagieren sich die VDO-Marine-Geschäftsführer Hans Bauer und Martin Ebneter.

Rundinstrumente der Veratron AG für die Schifffahrt. (Bild: PD)

Rundinstrumente der Veratron AG für die Schifffahrt. (Bild: PD)

Bauer sagt, bisher sei VDO Marine Teil eines Grosskonzerns gewesen. Nach der Ausgliederung aus Continental und der Umfirmierung in Veratron müsse man sich als KMU weiterentwickeln. Dafür sei Rupaal mit ihrer «langen Erfahrung im Betreiben und Ausbauen von KMU» ideal. Am einzigen Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort Rüthi hat Veratron 100 Mitarbeitende. Diesen Bestand wolle man erst einmal konsolidieren. Später erwarte man ein moderates Wachstum. Bis Ende Jahr will das Unternehmen zudem eigene Vertriebsgesellschaften in den USA und in Japan einrichten. «Der Marinemarkt zeigt in den letzten Jahren gesundes Wachstum», sagt Bauer. «Wir werden mit Swiss-Made-Produkten erfolgreich sein.» Dabei setzt er auch auf den «beeindruckenden» Ruf, den die Marke VDO Marine weltweit geniesse.

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