Kommentar

Die Überlebenskunst von CS-Chef Urs Rohner

Trotz kriselndem Aktienkurs und Milliardenbussen: CS-Chef Urs Rohner hält sich im Sattel. Auch die Beschattungsaffäre könnte er überstehen.

Andreas Möckli
Drucken
Teilen
Andreas Möckli.

Andreas Möckli.

Seit über acht Jahren hält sich Urs Rohner an der Spitze der Credit Suisse. Der Präsident der Grossbank hat sich trotz Milliardenbussen und serbelndem Aktienkurs erfolgreich an der Spitze gehalten. Gut möglich, dass der 59-jährige Zürcher selbst die hochnotpeinliche Beschattungsaffäre um Ex-Topmanager Iqbal Kahn übersteht.

Der Skandal schadet zunächst vor allem CS-Chef Tidjane Thiam. Im Zuge der Überwachung wurde ein hässlicher, privater Streit zwischen Thiam und Khan öffentlich. Die «Sonntagszeitung» schrieb von einem «Testosteron-Beben am Zürcher Paradeplatz». Diese Geschichte wird Thiam so schnell nicht los.

Thiam geschwächt, Rohner gestärkt

Hinzu kommt, dass Thiam nun einer seiner engsten Vertrauten verloren hat. Pierre-Olivier Bouée, operativer Chef und rechte Hand Thiams soll die Überwachung im Alleingang in Auftrag gegeben haben. So stellt es Rohner mit Verweis auf eine Untersuchung dar. Dies hat dem Franzosen nun den Job gekostet. Ersetzt wird Bouée mit einem Manager, der schon vor dem Antritt Thiams für die CS arbeitete und daher nicht zum vertrauten Umfeld des Ivorers zählt.

Während Thiam also geschwächt dasteht, dürfte Rohner einmal mehr fest im Sattel sitzen. Natürlich hat er auch reichlich Kritik auf sich gezogen. Doch bislang hat er sämtliche Krisen erfolgreich überstanden.

Heikel wird es für Rohner nur dann, wenn sich ein Beweis finden lässt, dass Thiam doch von der Beschattung wusste. In diesem Fall entpuppt sich die in Auftrag gegebene Untersuchung als Gefälligkeitsgutachten, die Glaubwürdigkeit Rohners wäre arg beschädigt. Die nächsten Wochen sind daher für den Präsidenten entscheidend.