VAT hat ein schwieriges Jahr hinter sich +++ Der Chef ist überzeugt: «Die konjunkturelle Talfahrt liegt hinter uns»

Die VAT-Gruppe verdiente 2019 deutlich weniger. Das Unternehmen sieht der Zukunft aber optimistisch entgegen.

Reto Mündler
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Bei der VAT in Haag hofft man, dass die Geschäfte dieses Jahr wieder besser laufen.

Bei der VAT in Haag hofft man, dass die Geschäfte dieses Jahr wieder besser laufen.  

PD

Das vergangene Geschäftsjahr war für die VAT Group mit Sitz in Haag schwierig, hiess es an der Medien-, und Analystenkonferenz gestern in Zürich. Doch es gab nicht nur schlechte Nachrichten: «2019 ist es VAT gelungen, die Position als Marktführer weiter auszubauen», sagte VAT-CEO Mike Allison. Und gerade im letzten Quartal habe sich die Markterholung auch im Auftragseingang gezeigt.

Trotzdem blieben die Ergebnisse des gesamten Jahres hinter den Erwartungen zurück. Der Nettoumsatz betrug 570,4 Millionen Franken, 2018 waren es noch 698,1 Millionen Franken gewesen. Der Reingewinn reduzierte sich gar um 45 Prozent auf 74,8 Millionen. «Trotz der herausfordernden Marktbedingungen hat VAT weiter den Fokus auf Technologie und Innovationen gelegt und mehr als 30 Millionen Franken, also 6 Prozent des Umsatzes, in Forschung und Entwicklung investiert», sagte Allison. VAT habe den Marktanteil über alle Industrien auf 50 Prozent ausgebaut, und ihn somit das sechste Jahr in Folge gesteigert. Gleichzeitig habe sich VAT auch auf interne Massnahmen zur Effizienzoptimierung konzentriert.

Verzögerte Investitionen auf Kundenseite

Anfang 2019 hätten die Märkte eben noch geschwächelt, in denen sich die VAT bewege. Vor allem in den mit der Halbleiterindustrie verwandten Märkten verzögerten Kunden ihre Investitionen in Sachanlagen, nachdem sie 2016 und 2017 noch umfassend investiert hatten. Ab dem zweiten Quartal begann die Nachfrage langsam wieder zu steigen und erreichte im vierten Quartal bereits ihr Vorjahresniveau. «Die konjunkturelle Talfahrt liegt hinter uns», erklärte CEO Mike Allison.

Die globalen Digitalisierungstrends würden der Nachfrage nach Halbleitern und modernen Displays auch in den kommenden Jahren Auftrieb verleihen.

Chancen in der Fotovoltaik

Zudem gewännen vakuumbasierte Produktionsprozesse in vielen anderen Branchen an Bedeutung und auch im Fotovoltaikmarkt setze sich der Wachstumstrend fort. 2020 erwartet VAT somit eine Rückkehr zum Wachstum.

«Die Marktvisibilität bleibt jedoch eingeschränkt. Marktforschungsunternehmen sind sich zwar einig, dass die Nachfrage steigen wird. In welchem Ausmass bleibt jedoch unklar, teilweise aufgrund der Ungewissheit über den Einfluss des Corona-Virus auf die globalen Lieferketten in den Märkten der VAT», so Allison.

Die VAT prognostiziert für das erste Quartal 2020 einen Nettoumsatz von 140 bis 150 Millionen Franken. Die Dividende wird bei 4 Franken pro Aktie stabil gehalten.