Die Industrie erholt sich

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie hat die Talsohle wohl durchschritten. Aufträge, Umsätze und Exporte ziehen wieder an, die Aussichten sind verhalten zuversichtlich.

Thomas Griesser Kym
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Teil einer Anlage des Schweizer Technologiekonzerns ABB zur Stromübertragung in Brasilien. (Bild: ABB/Gustav Moertensson)

Teil einer Anlage des Schweizer Technologiekonzerns ABB zur Stromübertragung in Brasilien. (Bild: ABB/Gustav Moertensson)

BERN. Vor einem Jahr sprach Swissmem-Präsident Hans Hess von «einem Alarmzeichen». Vielen Schweizer Maschinen- und Metallbauern sowie Elektrofirmen hatte die Aufhebung des Euromindestkurses das Geschäft verhagelt und die Stimmung getrübt. Doch schon damals war klar: Den Kopf in den Sand stecken ist keine Option. Gegen zwei Drittel der vom Dachverband Swissmem befragten Mitgliedfirmen kündigten an, verstärkt in Innovationen zu investieren. Zwar wurde ein Teil des Geldes auch in Standorte im Ausland gesteckt, und es gab Verlagerungen. Dafür stehen die Unternehmen aber heute häufig noch fitter da als zuvor.

Es wird wieder mehr verkauft

Die jüngsten Swissmem-Zahlen bestätigen die Aufhellung. Die Auftragseingänge nahmen im 1. Semester 2016 gegenüber der Vorjahresperiode um 9,6% zu, wobei sich eine Beschleunigung auf 18,5% im 2. Quartal zeigt. In diesem drehten auch Umsätze und Exporte ins Plus, nachdem sie im 1. Quartal erneut rückläufig waren. Die Umsätze haben sich zunächst vorab bei den Grossfirmen erholt, doch dürften sie im laufenden Semester auf breiter Front anziehen.

Die Exporte nahmen im 1. Semester geringfügig auf 31,6 Mrd. Fr. zu. Im Plus lagen sie in die EU (+3,4%), den grössten Schweizer Absatzmarkt, und in die USA (+2,6%). Demgegenüber stand ein Rückgang nach Asien (–6,4%), was vor allem auf den Dämpfer des chinesischen Wachstums zurückzuführen ist.

Insgesamt beschäftigte die Schweizer MEM-Industrie im 2. Quartal 321 000 Mitarbeitende. Das sind 4500 oder 1,4% weniger als vor Jahresfrist, und seit dem Fall des Euromindestkurses Mitte Januar 2015 gingen laut Swissmem 9200 Stellen verloren.

Weniger Pessimisten

Aber verglichen mit dem 1. Quartal 2016 hat die Beschäftigung um 1600 Angestellte wieder etwas zugenommen, und die Kapazitätsauslastung übertraf mit 86,7% den langjährigen Durchschnitt von 86,3%. Für die kommenden zwölf Monate rechnen 36% der befragten Firmen mit mehr Aufträgen aus dem Ausland und lediglich 13% mit weniger. Damit habe sich «der Anteil der Pessimisten seit einem Jahr kontinuierlich verkleinert».

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