Die Herkulesaufgabe der Detaillisten

Zur Sache

Thomas Griesser Kym
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Lange Zeit ist aus Sicht der Schweizer Detailhändler alles gut und seinen gewohnten Gang gegangen. Die Bevölkerung ist gewachsen und auch ihr Wohlstand, was den Konsum befeuert hat. Der Kuchen ist ständig grösser geworden, die Ladeninhaber und ihr Verkaufspersonal konnten hinter dem Tresen getrost auf Kundschaft warten, die Kassen klingelten.

Doch mittlerweile sind die Konsumenten gesättigt und damit auch der Detailhandel. Die Zuwanderung nimmt ab, deutsche Discounter haben sich hierzulande eingenistet, der Einkaufstourismus floriert, Onlinehändler breiten sich mehr und mehr aus. Immer öfter gibt es das günstigste Produkt und das erst noch in ansprechender Qualität bei Aliexpress, einem Internetgiganten aus China, Versandkosten inklusive.

Bisher war ob all dieser Entwicklungen vor allem vom Lädelisterben die Rede. Es traf verstaubte Kleinkrämer, aber doch nicht trendige Glitzer­läden oder gar die Platzhirsche der Branche. Die jüngsten rückläufigen Zahlen der Migros Ostschweiz zeigen, dass dieser Eindruck nicht mehr stimmt. Der ganze Detailhandel ist im Umbruch, und noch ist ungewiss, welche weiteren Folgen die fortschreitende Digitalisierung haben wird.

Kommt hinzu, dass die Kundentreue abnimmt. Der moderne Konsument will aus allem auswählen und sich überall bedienen können, je nach Lust und Laune mal im physischen Laden, mal im Internet. Diese Absatzkanäle optimal miteinander verbinden, mit Mehrwert schaffenden Dienstleistungen koppeln und so möglichst viele potenzielle Käufer ansprechen – vor dieser Herkulesaufgabe steht der Schweizer Detailhandel. Seite 11