Die «gläserne Decke» ist noch nicht durchbrochen: Frauen steigen nur langsam in Führungsjobs auf

Wie der neuste Gender Intelligence Report der HSG zeigt, gelingt es aber einigen wenigen Unternehmen, auf allen Ebenen ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu erreichen.

Kaspar Enz
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Frauen müssen immer noch hohe Hürden überwinden, um Karriere zu machen. Das zeigt der jüngste Gender Intelligence Report. Die Studie wird von der Organisation Advance und dem Kompetenzzentrum für Diversität und Inklusion (CCDI-HSG) der HSG erstellt. Für die Studie wurden Daten von rund 300000 Mitarbeitenden von Schweizer Unternehmen und Organisationen ausgewertet.

Wenig Frauen auf der Teppichetage

Während knapp die Hälfte aller Arbeitnehmenden in der Schweiz Frauen sind, sind sie im Top Management untervertreten: Der Frauenanteil in den obersten Führungsebenen ist bei den untersuchten Unternehmen bei nur 18 Prozent. Dies, obwohl viele der partizipierenden Firmen sich zur Förderung des Ausgleichs der Geschlechter bekennen und Massnahmen eingeleitet haben.

Um Unternehmen zu helfen, ihren Fortschritt in dieser Sache zu messen sowie geeignete Massnahmen zu ermitteln, hat der neuste Report den Gender Maturity Compass eingeführt. Eine Einteilung der teilnehmenden Firmen zeigt: Die Mehrheit der Unternehmen hat noch einen langen Weg vor sich. Das Ziel, dass das Geschlechterverhältnis auf allen Hierarchiestufen ähnlich ist, haben nur drei Firmen erreicht.

Beförderungen in der Rush Hour des Lebens

Diesen Unternehmen gelingt es nicht nur, Frauen in grosser Zahl zu rekrutieren. Sie können sie dank einer inklusiven Firmenkultur auch halten und auf den Karriereweg mitnehmen. Unternehmen, die seit längerer Zeit am Report teilnehmen und sich für das Thema interessieren, haben ebenfalls etwas bessere Werte: Hier ist der Anteil der Frauen im Top Management seit 2018 von 15 auf 21 Prozent gestiegen.

Ein wichtiges Hindernis für die ausgeglichene Vertretung der Frauen in Führungspositionen ist die Beförderungspolitik vieler Firmen. Sie befördern bevorzugt Leute zwischen 30 und 40. In diesem Alter stellen sich nicht nur berufliche Weichen, viele gründen in dieser Zeit auch eine Familie. Oft arbeiten Frauen in dieser Zeit in kleineren Pensen – und werden so selten befördert.

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