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Die Gefahr einer Blase steigt

Kommentar

Die Beschlüsse des Europäischen Zentralbankrates haben für die Schweiz direkte Konsequenzen. Aller Voraussicht nach wird die EZB ihre Nullzinspolitik noch weit bis 2019, eventuell sogar bis 2020 fortsetzen. Damit bleiben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) die Hände gebunden. Sie wird die bei Banken, aber auch bei Sparern unbeliebte Negativzinspolitik notgedrungen fortsetzen müssen, um die Zins­differenz zwischen Euro- und Frankenanlagen auf dem gegenwärtigen Niveau zu halten.

Lässt die SNB eine Schrumpfung der Zinsdifferenz zu, indem sie den negativen Geldmarktzinsen eine Bewegung in Richtung Nulllinie erlaubt, steigt der Anreiz der Finanzmarktteilnehmer, Kapital vom Euro in den Franken zu verschieben. Dies könnte den Wechselkurs des Frankens zum Euro in unerwünschter Weise wieder in die Höhe treiben. Die Banken werden sich also darauf einstellen müssen, auch die nächsten zwei Jahre einen Strafzins von 0,75 Prozent auf ihre überschüssigen Kundengelder abzuliefern. Das ist schmerzhaft und kostet das Bankensystem jährlich mehr als 1 Milliarde Franken. Wir Sparer werden deshalb unsererseits damit rechnen müssen, dass die Banken ihr bereits reichlich strenges Gebühren­regime fortsetzen oder allenfalls noch weiter verschärfen werden. Über die Gebühren versuchen Banken, einen Teil der Kosten des Negativzinsregimes zu kompensieren.

Immer schwieriger wird es in diesem Zinsumfeld für die Pensionskassen, die zur Erreichung gleicher Renditen höhere Risiken eingehen müssen. Dieser Druck verleiht freilich auch den Aktienmärkten weiter Auftrieb, wo sich die Kurse bereits in luftigen Höhen bewegen. Dasselbe dürfte auch für den Immobilienmarkt gelten, der von den anhaltend tiefen Hypothekarzinsen weiter­stimuliert werden dürfte. In diesem Klima sollten sich Anleger und Hauskäufer in Selbstbeschränkung üben. Die Gefahr einer Blasenbildung im Finanz- und Immobilienmarkt nimmt ständig zu.

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