«Die ganze Stadt hilft»

Die Trunz Water Systems in Steinach stellen solarbetriebene Wasseraufbereitungsanlagen her. Drei davon hat Anthony Musco letztes Wochenende in der von der Flut betroffenen bosnischen Stadt Doboj installiert – Die Mitarbeitenden hatten zu diesem Zweck 17 000 Franken gespendet.

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Anthony Musco Sales, Trunz Water Systems (Bild: ken)

Anthony Musco Sales, Trunz Water Systems (Bild: ken)

Die Trunz Water Systems in Steinach stellen solarbetriebene Wasseraufbereitungsanlagen her. Drei davon hat Anthony Musco letztes Wochenende in der von der Flut betroffenen bosnischen Stadt Doboj installiert – Die Mitarbeitenden hatten zu diesem Zweck 17 000 Franken gespendet.

Herr Musco, Sie haben drei Wasseraufbereitungsanlagen in Bosnien installiert. Wie kam es zur Aktion?

Die Spendenaktion ging von den Mitarbeitenden aus und wurde von der Firma Trunz grosszügig unterstützt. Mit dem Geld haben wir die Wasseraufbereitungsanlagen finanziert. Ich hatte ein Konzept aufgestellt und gehofft, dass es für zwei Systeme reicht. Am Ende reichte es sogar für drei!

Woher kommt der Enthusiasmus?

Wir haben in der Trunz-Gruppe viele Mitarbeiter, die aus der Region stammen und so unmittelbar einen Beitrag für ihre Heimat leisten konnten. Ähnliche Aktionen führten wir bereits bei Katastrophen auf Haiti oder den Philippinen durch.

Die Aktion wurde ziemlich kurzfristig geplant. Wusstet ihr, wohin ihr die Anlagen bringen werdet?

Ich habe den Einsatz mit einem Arbeitskollegen koordiniert, der aus einer stark betroffenen Gegend stammt. Wir haben uns für das Spital und die Notaufnahme entschieden. Als kurzfristig eine dritte Anlage gespendet werden konnte, haben wir diese für die mobile Trinkwasserversorgung von Tieren auf betroffenen Bauernhöfen eingesetzt.

Wie ist die Situation vor Ort?

Die Bilder in den Nachrichten widerspiegeln nicht das wahre Ausmass der Katastrophe. Es ist wirklich alles zerstört. Es ist aber auch beeindruckend zu sehen, wie die ganze Stadt beim Aufbau mitarbeitet und wie man einander aushilft.

Wie werden die Anlagen eingesetzt?

Das Spital hat zwar Leitungswasser, es ist jedoch stark verschmutzt. Die Anlagen können das Wasser aufbereiten, frei von Bakterien und Viren, ohne Chemie einsetzen zu müssen. Das ist in einem Spital sehr wichtig. Vorher wurde lastwagenweise teures Flaschenwasser angeliefert – sogar für den Abwasch.

Die Anlagen sind solarbetrieben. Fehlt auch Strom?

Es gibt Strom, aber er fällt immer wieder aus. Das Spital verfügt deshalb über Generatoren. Unsere Wasseraufbereitungsanlagen setzen wir meist in abgelegenen Gebieten in Asien, Lateinamerika oder Afrika ein, wo keine Stromversorgung besteht. (ken)

SG - Thema Businesslunch Besteck Gabel Serviette gedeckter Tisch bei Nett Restaurant Schützengarten (Bild: Ralph Ribi)

SG - Thema Businesslunch Besteck Gabel Serviette gedeckter Tisch bei Nett Restaurant Schützengarten (Bild: Ralph Ribi)

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