Die Digitalisierung macht's möglich: Die St.Galler VAT Group schwimmt nach einem Einbruch weiterhin auf einer Erfolgswelle

Getragen von einem weiterhin robusten globalen Halbleitersektor und wachsenden Serviceleistungen läuft das Geschäft der St.Galler VAT Group auf hohen Touren. Auch der Ausblick bleibt positiv, bis ins Jahr 2021 hinein, der Digitalisierung sei Dank.

Thomas Griesser Kym
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Das Logo der VAT Group am Hauptsitz in Haag.

Das Logo der VAT Group am Hauptsitz in Haag.

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

186 Millionen Franken Umsatz im dritten Quartal, das ist ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, und die VAT landet damit am oberen Rand der eigenen Prognose. Und dies, obwohl die Wechselkurse den Umsatz in Franken um 7 Prozentpunkte schmälerten.

Auch in den ersten neun Monaten des Jahres liegt die VAT deutlich im Plus: 505 Millionen Franken Umsatz sind 26 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode (400 Millionen).

Der Halbleitermarkt boomt seit ein paar Quartalen

Wie ist das möglich? Die VAT Group mit Sitz in Haag im Werdenberg ist Weltmarktführerin bei Vakuumventilen. Diese werden dort benötigt, wo in der Produktion höchste Reinheit und Präzision geboten ist. Zum Beispiel in der Herstellung von Halbleitern, aber auch von Displays, Solarzellen, Forschungsinstrumenten usw.

Der globale Halbleitersektor ist denn auch der grösste Endmarkt der VAT, und er ist, nach einem scharfen Rückgang in den ersten Monaten des Jahres 2019, im dritten Quartal 2020 weiter stark gewachsen. Das Unternehmen schreibt:

«Die Halbleiterhersteller investierten weiterhin in neue Technologien und Anlagen zur Chipfertigung.»

Gute Geschäfte mit Serviceleistungen

Kommt hinzu, dass die VAT auch eine gestiegene Nachfrage in ihrem Servicegeschäft registriert. Hier erhöht die VAT laufend ihre Leistungen, die darauf abzielen, die Betriebszeit ihren Fertigungsanlagen zu erhöhen. Die VAT schreibt:

«Das führte im Quartal zu Rekordumsätzen im Servciebereich.»

Die Aufträge nehmen weiter zu

Auch für den Rest des Jahres und den Start ins 2021 zeigt die VAT Zuversicht. Dies zum einen aufgrund der Entwicklung der Bestellungen: So stieg der Auftragseingang im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,4 Prozent auf 156 Millionen Franken, und nach neun Monaten liegt man um satte 26 Prozent im Plus. Der Auftragsbestand per Ende September lag mit 124 Millionen Franken um 2,8 Prozent höher als vor Jahresfrist.

Diese Trends befeuern das Geschäft der VAT

Zum anderen schreibt die VAT, ihre mittelfristigen Wachstumstreiber blieben nach wie vor «uneingeschränkt intakt»: Das Internet der Dinge, Cloud Computing und Speicherung, künstliche Intelligenz und viele andere globale Digitalisierungstrends dürften die Nachfrage nach Halbleitern und Displays weiter ankurbeln.

Diese wiederum dürfte nach Einschätzung des Unternehmens die Nachfrage nach Vakuumventilen der VAT und damit verbundener Serviceleistungen steigern. Für das vierte Quartal und bis ins Jahr 2021 hinein rechnet die VAT mit zunehmenden Aufträgen.

Die Profitabilität soll sich wieder deutlich verbessern

Für ganz 2020 rechnet die VAT mit einem Umsatz zwischen 670 und 685 Millionen Franken (2019: 570 Millionen), einer operativen Marge auf Stufe Ebitda von über 30 Prozent und einem Reingewinn, der «wesentlich höher» sein werde als 2019 (75 Millionen). 2019 hatte die Gruppe unter einer Nachfrageflaute der Halbleiter- und Displayindustrie gelitten, sich im Laufe des Jahres aber mehr und mehr erholt.

2020 ist der Einbruch des Vorjahres überwunden

Umsatz in Millionen Franken
0200400600201520162017201820192020 (minimal)2020 (maximal)

Die VAT Group beschäftigt gut 1800 Mitarbeitende. Sie hat Produktionswerke am Hauptsitz in Haag, in Rumänien und in Malaysia.