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Die Blockchain-Technologie soll den Kunsthandel transparenter machen

Diverse Jungunternehmen tüfteln an Lösungen für den Kunsthandel. Doch auch die Blockchain schützt nicht vor Kopien, sagt ein Experte der Hochschule Luzern.
Maurizio Minetti

Mit Kunst sind letztes Jahr weltweit über 67 Milliarden US-Dollar umgesetzt worden. Längst wechseln Kunstwerke auch über Internet-Plattformen die Hand. Unzählige Online-Shops und Marktplätze buhlen um die Aufmerksamkeit der Kunstliebhaber. Das Problem: Woher ein Kunstwerk stammt, ist oft nicht klar.

Die Blockchain-Technologie soll hier Abhilfe schaffen. Mit dieser dezentralisierten Datenbank kann die Herkunft eines Kunstwerkes zweifelsfrei garantiert werden, indem alle Teilnehmer im Netzwerk die Daten überprüfen und bestätigen. Die Verwaltung der Daten zu Historie, Herkunft, Bewertung oder Zustand soll den Kunstmarkt transparenter machen, so die Hoffnung.

Start-ups auf Kapitalsuche

In den letzten Jahren sind einige Start-ups entstanden, die mit Hilfe der Blockchain-Technologie den Kunsthandel revolutionieren wollen. Sie heissen etwa ArtByte, ArtChain oder Bit2Art. Auch in der Schweiz haben Blockchain-Start-ups den Kunstmarkt entdeckt. So hat zum Beispiel das im Zuger Crypto Valley beheimatete Jungunternehmen 4ARTechnologies eine Blockchain-basierte Katalogisierungs- und Transaktionsplattform entwickelt. Kunstwerke werden dabei quasi mit einem digitalen Fingerabdruck versehen, der die Herkunftsprüfung erleichtern soll. 4ARTechnologies soll von Investoren bereits Zusicherungen in der Höhe von 18 Millionen Euro erhalten haben.

Arteia-Mitgründer Olivier Marian. (Bild: PD)

Arteia-Mitgründer Olivier Marian. (Bild: PD)

Ebenfalls auf Kapitalsuche ist das belgische Jungunternehmen Arteia, das vor einem Jahr im Zuger Crypto Valley eine kommerzielle Tochtergesellschaft gegründet hat. Vor drei Jahren von fünf Kunstliebhabern gegründet, will Arteia diesen Sommer einen Blockchain-basierten Online-Marktplatz für Kunstsammler lancieren. Auf der Arteia-Plattform sollen Akteure des Kunstmarktes in einem Herkunftsregister interagieren und Kunstwerke austauschen können. Bei privaten Investoren hat Arteia bereits 3 Millionen Euro eingesammelt. Seit April läuft ein Initial Coin Offering (ICO), mit dem Arteia Geld in Form von Kryptowährungen entgegennimmt. Investoren erhalten im Gegenzug einen sogenannten Token, mit dem sie ab Sommer die Dienstleistungen auf der neuen Kunsthandelsplattform nutzen können. Mit dieser Finanzierungsform will das Start-up umgerechnet bis zu 15 Millionen Dollar aufnehmen.

Arteia-Mitgründer und Kunstsammler Olivier Marian sagt, die Geschäftsidee sei aus einem Bedürfnis entstanden: «Ich war auf der Suche nach einer entsprechenden Plattform und habe nichts gefunden.» Von Zug aus sollen künftig auch Schweizer Kunstsammler angesprochen werden, sagt Marian. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen zwei Dutzend Personen, die sich in den letzten Jahren schwerpunktmässig auf die Entwicklung der Kunstkatalogsoftware konzentriert haben. Geld verdienen will Arteia mit der Verrechnung von Transaktionsgebühren und mit einem Abo-Modell.

Blockchain löst nicht alle Probleme

Die Idee, per Blockchain eine sichere und nachträglich nicht veränderbare Nachverfolgbarkeit von Gütern zu gewährleisten, könne Sinn ergeben, sagt Alexander Denzler, Blockchain-Experte und Dozent an der Hochschule Luzern: «Besonders in einem Umfeld, in dem einzelne Parteien sich nicht kennen oder zu stark auf die Aufrichtigkeit der anderen angewiesen sind.»

Es stelle sich aber immer auch die Frage von Vertrauen und Wahrheit. «Blockchain kann das nötige Vertrauen herstellen, gibt aber keine Auskunft über die Wahrheit der Daten. Hier besteht auch das grösste Problem. Wie stelle ich sicher, dass das Gemälde vor mir wirklich echt ist? Ein Code abgespeichert in der Blockchain alleine schützt nicht vor Kopien», so Denzler. Dazu müsste seiner Meinung nach ein eindeutiges Identifikationsmerkmal vorhanden sein. «Somit steht und fällt grundsätzlich alles mit der eindeutigen Identifikation, wie etwa dem Farbrelief eines Gemäldes.»

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