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Interview

Schrittweise statt radikal: Die UBS erneuert ihre Geschäftsstellen

Hanspeter Thür, Regionalleiter Ostschweiz der UBS, erläutert das neue Filialkonzept der Bank und die Zukunft der Branche.
Ladina Chiara Schatz
Hanspeter Thür, Regionalleiter Ostschweiz der UBS. (Bild: Ralph Ribi / St.Gallen, 5. September 2019)

Hanspeter Thür, Regionalleiter Ostschweiz der UBS. (Bild: Ralph Ribi / St.Gallen, 5. September 2019)

Hanspeter Thür ist Regionalleiter Ostschweiz der UBS. Er spricht über den Wirtschaftsstandort Ostschweiz und das neue Geschäftsstellenkonzept der Bank, und er blickt in die Zukunft seiner Branche.

Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Situation in der Ostschweiz?

Hanspeter Thür: Wir sind zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung in der Ostschweiz. Aktuell ist jedoch wegen der Währungssituation und der politischen Lage in Europa Verunsicherung spürbar. Auch der Handelsstreit zwischen China und den USA erzeugt eine gewisse Anspannung. Aber ich bin der Ansicht, dass die Ostschweizer Wirtschaft gut gewappnet ist, trotz all der Unwägbarkeiten.

Wie sieht es im Immobilienmarkt aus?

Wir beurteilen die Entwicklung grundsätzlich als gesund, obwohl in einigen Gegenden der Ostschweiz vermehrt Leerbestände zu beobachten sind. Einzig bei Renditeobjekten sind Überhitzungstendenzen zu erkennen. Hier versucht der Regulator mit der kürzlich angekündigten Anhebung der Eigenmittelgrenze dagegenzuwirken.

Wie beurteilen Sie den Geschäftserfolg der UBS in der Ostschweiz?

Wir sind auf einem guten Weg. Wir verzeichneten über die vergangenen drei Jahre ein kontinuierliches Wachstum der Kundengelder und der Anzahl Kunden. Wenn ich bedenke, dass die Finanzbranche in einem herausfordernden Umfeld ist, so zum Beispiel mit dem tiefen Zinsniveau, kann sich unser Ergebnis sehen lassen.

Sie erneuern die Geschäftsstellen. Wie gehen Sie vor?

Wir haben am Dienstag die erste Ostschweizer Pilotfiliale in Altstätten in Betrieb genommen. Mit einem neuen Format möchten wir Kunden den Zugang zu unserem digitalen Angebot erleichtern.

Wir setzen hierbei auf Elemente wie beispielsweise Videoberatung.

Das Format ist in einer Pilotphase. Bis Ende Jahr gibt es schweizweit zehn solcher Filialen.

Sind Schliessungen ein Thema?

Wir haben in den vergangenen drei Jahren in der Ostschweiz fünf Filialen geschlossen. Der Betrieb an den Standorten Speicher, Gais, Bischofszell, Flims und Klosters wurde wegen tiefer Transaktionsvolumen und der vermehrten Nutzung digitaler Kanäle eingestellt.

Aktuell haben wir 29 Geschäftsstellen in der Ostschweiz und sind damit gut und in der ganzen Region breit aufgestellt.

Aktuell sehe ich keinen weiteren Handlungsbedarf. Wichtig ist: Die Ausrichtung des Geschäftsstellennetzes ist eine Konsequenz auf die veränderten Kundenbedürfnisse.

Mitbewerber wie die St.Galler Kantonalbank oder Acrevis erneuern ihr Filialkonzept seit geraumer Zeit. Warum sind Sie später dran?

Wir versuchen mit viel Fingerspitzengefühl auf die ändernden Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen. Wir ziehen deshalb eine schrittweise Änderung einer radikalen oder frühzeitigen Erneuerung des Geschäftsstellenkonzepts vor.

Die Digitalisierung hat weitreichende Folgen für den Finanzsektor. Wo sieht sich die UBS künftig?

Wir beobachten eine signifikante Abnahme des Transaktionsvolumens in den Geschäftsstellen, sowohl am Schalter als auch an den Bancomaten, nicht zuletzt wegen der Digitalisierung. Durch den Aufbau eines digitalen Ökosystems möchten wir Kunden die Möglichkeit bieten, über alle Kanäle verschiedene Bankdienstleistungen zu beziehen. Dabei setzen wir alles daran, unseren Kunden den Umgang mit der digitalen Transformation zu erleichtern.

Wie wird die Beratung der Zukunft aussehen?

Wir sind überzeugt, dass auch künftig bei komplexen finanziellen Anliegen das Bedürfnis für physische Beratung besteht. Mit dem neuen Geschäftsstellenkonzept unternehmen wir nun erste Versuche mit Videoberatungen. Dadurch ist es möglich, jederzeit auf unsere internen Experten zurückzugreifen.

Zudem ermöglichen wir Kunden den Zugang zu unserer globalen Expertise.

Das Know-how innerhalb der Bank wird so dezentral zugänglich. Ich bin überzeugt, dass wir dadurch einen Wettbewerbsvorteil haben.

Sind Banken noch attraktive Arbeitgeber?

Ja, auch wenn die Branche in den vergangenen Jahren bei Jungen etwas an Attraktivität verloren hat.

Meiner Meinung nach ist die Ausbildung zu Bankfachfrau und -mann nach wie vor eine vielversprechende Basis für die berufliche Zukunft.

Wir konnten dieses Jahr alle Lehrstellen in der Region besetzen. Doch es wird herausfordernder, talentierte Kandidaten zu akquirieren. Wir kooperieren dazu auch mit Hochschulen.

Wie ist Ihre Einstellung zu modernen Arbeitsformen?

Heute werden offene Positionen mit 60 bis 100 Stellenprozenten beworben.

Aber es ist eine Herausforderung, qualifizierte Teilzeitkräfte anzuwerben.

Für Frauen, die eine familiäre Auszeit genommen haben, bieten wir mit dem Programm «Career Comeback» einen Weg zurück ins Berufsleben. Weiter beschäftigen wir viele Studierende in Teilzeit neben ihrem Studium.

Wie halten Sie es sonst mit der Frauenförderung?

Aktuell verfügen wir über einen Frauenanteil von rund 20 Prozent auf Führungsebene in der Region Ostschweiz.

Das Thema Frauenförderung beschäftigt uns sehr.

Wir versuchen, unsere Attraktivität als Arbeitgeberin mit diversen Mitteln zu steigern, beispielsweise mit Jobsharing.

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