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Die Augen offen für Innovationen

Im Vergleich zur Konkurrenz im Markt für Augenchirurgie ist die Oertli Instrumente AG klein, sehr klein. Das Familienunternehmen aus dem Rheintal behauptet sich dank wachem Auge erfolgreich gegen die multinationalen Firmen.
Sabrina Dünnenberger
Ein Blick in die Produktion der hochpräzisen Geräte der Oertli Instrumente AG in Berneck. (Bild: pd)

Ein Blick in die Produktion der hochpräzisen Geräte der Oertli Instrumente AG in Berneck. (Bild: pd)

Berneck. Der Rheintaler Familienbetrieb hat sich auf einen der wohl faszinierendsten Bereiche der Medizin konzentriert: die Augenchirurgie. Es ist beeindruckend, welche Präzisionsleistungen tagtäglich in Augenarztpraxen und Kliniken vollbracht werden. In Operationswunden von weniger als zwei Millimetern Grösse werden kleinste Instrumente eingeführt. Das erfordert nicht nur von den Ärzten höchste Präzision, sondern auch von den Herstellern der Instrumente.

Zuverlässigkeit, Qualität, aber auch Funktionalität und einfache Bedienbarkeit: Diese Werte stehen für die Oertli Instrumente AG an erster Stelle.

Das alleine reicht jedoch nicht aus, um sich als Schweizer KMU gegen die internationale Konkurrenz zu behaupten. «Unsere Kernkompetenz ist es, modernste Operationstechniken zu beherrschen und voranzutreiben», schreibt das Unternehmen auf seiner Website.

Aus der Sicht der Kunden bedeutet das die schonende Behandlung des Auges, kürzere Operationsdauern und einen schnelleren Heilungsprozess. Die Produkte aus dem Rheintal müssen nicht nur qualitativ gut sein, sondern auch wirtschaftlich. Denn auch die Ärzte stehen unter Kostendruck und müssen immer günstiger arbeiten.

Ein Kleiner unter den Multis

Die Innovationskraft ist ein Pfeiler, auf dem der Erfolg des KMU mit 91 Mitarbeitenden gründet. 14 Personen arbeiten in der Forschung und Entwicklung.

1965 gelang dem Unternehmen, dessen Name auf den Gründer Heinz A. Oertli zurückgeht, die erste Pionierleistung. Damals wurde in Zusammenarbeit mit einem Professor aus Zürich das erste Instrument entwickelt, das die Entfernung des Glaskörpers ermöglichte. Heute ist Oertli weltweit einer der Führenden in der Technologie der Operationschirurgie.

«Operationen, die noch vor wenigen Jahren bis zu vier Stunden dauerten, können heute in nur einer halben Stunde durchgeführt werden», beschreibt Thomas Bosshard, Leiter Marketing, den Fortschritt. Dabei behauptet sich der Familienbetrieb, der sich klar zum Standort Berneck bekennt, gegen multinationale Grosskonzerne wie Alcon, Bausch & Lomb und Abott Medical Optics (AMO). «Wir sind technologisch in einem anspruchsvollen und interdisziplinären Gebiet an der Spitze und setzen sogar Massstäbe», sagt Verwaltungsratspräsident Andreas Bosshard.

Wie der Vater, so der Sohn

Neben der Konzentration auf die chirurgische Therapie basiert der Erfolg auch auf der Fokussierung auf Märkte respektive dem bewussten Verzicht auf die Geschäftstätigkeit in den USA und in Japan. Oertli setzt auf die Wachstumsmärkte Europa, Asien und Lateinamerika. Denn: Je günstiger und einfacher Augenoperationen machbar sind, desto mehr Menschen können sie sich leisten.

Die Oertli Instrumente AG besteht seit 45 Jahren, 1992 wurde sie von Bosshard übernommen. Im vergangenen Jahr leitete er den Generationenwechsel ein, indem er seinem Sohn Christoph die Geschäftsführung übergab. Als Präsident des Verwaltungsrates steuert er jedoch immer noch die Strategie des Unternehmens massgeblich mit. Bosshard führte das Unternehmen in den letzten zehn Jahren zu einem Wachstum von durchschnittlich über 10% – rein organisch und selbst finanziert, wie die Firmenleitung betont.

Volle Auftragsbücher

Auch 2009 wuchs Oertli. Über die ersten drei Monate legte der Umsatz um 7,7% zu. Detaillierte Zahlen publiziert das Privatunternehmen nicht. Laut Andreas Bosshard war vor allem in Lateinamerika im letzten Jahr der Preisdruck spürbar. Dazu kam der tiefe Dollarkurs, der dem Unternehmen, das in Franken fakturiert, zu schaffen machte. «In Europa und Asien sind wir trotz Krise nach Plan gewachsen», sagt Bosshard. Für die Zukunft zeigt er sich optimistisch. «Zufriedene Kunden werden uns weiterhin Wachstum bescheren.

Die Auftragsbücher waren noch nie so voll wie heute.»

Andreas Bosshard (Bild: pd)

Andreas Bosshard (Bild: pd)

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