Deutschland als Exportziel für Kantone und Branchen

BASEL. Dass Deutschland der wichtigste Handelspartner der Schweiz ist, ist bekannt. 2014 exportierte die Schweiz Waren für 38,6 Mrd. Fr. in den Norden, was einem Anteil von 18,4% der Schweizer Ausfuhren entspricht.

Thomas Griesser Kym
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BASEL. Dass Deutschland der wichtigste Handelspartner der Schweiz ist, ist bekannt. 2014 exportierte die Schweiz Waren für 38,6 Mrd. Fr. in den Norden, was einem Anteil von 18,4% der Schweizer Ausfuhren entspricht. Zum Vergleich: Unser zweitwichtigster Absatzmarkt sind die USA (12,4%), die Exporte nach Frankreich, Italien und Grossbritannien wiegen zusammen gleich viel wie jene nach Deutschland.

Grenzkantone internationaler

Die Forscher der BAK Basel wollten es noch genauer wissen und haben die Ausfuhren der 26 Kantone untersucht. Ergebnis: Für die Wirtschaft von 18 Kantonen ist ebenfalls Deutschland der grösste Exportmarkt, für sechs weitere Kantone ist der nördliche Nachbar die Nummer zwei (siehe Grafik). Weiter zeigt sich, dass in fast der Hälfte der Kantone der Anteil der Exporte nach Deutschland teils deutlich über 25% liegt. «Auffallend ist, dass die Bedeutung Deutschlands keine Besonderheit der Grenzkantone ist», schreibt die BAK. Eher sei das Gegenteil der Fall: «Während die Grenzkantone international breiter aufgestellt sind, ist die Abhängigkeit der Innerschweizer Kantone von Deutschland tendenziell höher.» Dies auch, weil die Branchenstrukturen wichtiger seien bei der Bestimmung der Exportdestinationen als die Geographie.

Für Uhren die Nummer fünf

Die BAK hat zudem 27 Branchen in der Schweiz untersucht. Für 20 davon ist Deutschland die wichtigste Exportdestination, für weitere vier die Nummer zwei. Vorleistungs- wie auch Konsumbranchen exportieren erheblich nach Deutschland; die höchsten Anteile haben die Industrien Möbel, Metall, Bekleidung, Automobilzulieferer, Kunststoffe, Papier oder Textilien. Etwas geringer ist Deutschlands Bedeutung für «die Schweizer Vorzeigebranchen» Pharma, Uhren und Medizinaltechnik. Sie sind laut der BAK gerade «wegen ihres weltweiten Exporterfolgs Vorzeigebranchen». Aber auch für Pharma ist Deutschland der grösste Absatzmarkt, für die Medizinaltechnik die Nummer zwei. Für die Schweizer Uhrenindustrie jedoch ist Deutschland der fünftgrösste Markt, hinter China, den USA, Japan und Italien.