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Deutsche Bank soll 50 Milliarden schwere «Bad Bank» planen

Laut Insidern bereitet das grösste deutsche Geldinstitut den Ausstieg aus dem US-Aktien- und Zinshandelsgeschäft vor.
Livio Brandenberg
Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, während der Hauptversammlung Ende Mai in Frankfurt. (Bild: Thorsten Wagner/EPA, Frankfurt am Main, 23. Mai 2019)

Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, während der Hauptversammlung Ende Mai in Frankfurt. (Bild: Thorsten Wagner/EPA, Frankfurt am Main, 23. Mai 2019)

Die Deutsche Bank plant – oder prüft zumindest – im Zuge ihrer Umstrukturierung offenbar die Einrichtung einer «Bad Bank». Wie die «Financial Times» unter Berufung auf mit dem Vorhaben vertraute Personen berichtet, sollen in diese Einheit risikogewichtete Aktiva in der Höhe von bis zu 50 Milliarden Euro ausgelagert werden. Über die angedachte «Bad Bank» sollen demnach vor allem langfristige Derivate, etwa Zinstausch-Produkte (sogenannte Swaps), abgewickelt werden.

Der Plan ist Teil einer Überarbeitung des Handelsgeschäfts der Deutschen Bank: Wie eine mit der Sache vertraute Person dem Wirtschaftsnachrichtenportal Bloomberg sagt, sei das Ziel, das Aktien- und Zinshandelsgeschäft ausserhalb Europas – namentlich in den USA – deutlich zu verkleinern oder sogar komplett aufzugeben. Die neue Einheit würde dann für den Ausstieg genutzt. Dagegen solle das besser laufende Obligationenhandelsgeschäft beibehalten werden, in dem die Deutsche Bank zu den fünf grössten Instituten der Welt gehört, ebenso wie das Devisenhandelsgeschäft. Die definitive Entscheidung stehe allerdings noch aus, Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing wolle den Plan bei der Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse Ende Juli vorstellen.

Die Deutsche Bank hat bis am Montagmittag noch keine Anfragen von Medien in dieser Angelegenheit beantwortet. In einer Stellungnahme habe die Bank lediglich auf Erläuterungen von der Hauptversammlung im Mai verwiesen, wonach der Konzernumbau beschleunigt werden solle, um die Profitabilität nachhaltig zu verbessern, schrieb Reuters. Man werde bei Bedarf darüber informieren.

Anleger reagieren positiv

Eine «Bad Bank», auch Abwicklungsbank oder Auffangbank genannt, ist ein speziell gegründetes Kreditinstitut, welches der «Mutter»-Bank aus dem Gesamtportfolio die notleidenden Kredite oder abzuwickelnden Derivate und Zertifikate abkauft. Auf das «Bad Bank»-Konzept wurde im Zuge der Finanzkrise vor gut zehn Jahren unter anderem von Deutschland und den USA zurückgegriffen.

Die Aktie der Deutschen Bank reagierte positiv auf die durchgesickerten Pläne: Kurz nach Handelsbeginn notierten die Papiere am Montag über 4 Prozent im Plus. Dass die Titel gefragt(er) sind, dürfte damit zu tun haben, dass die Umstrukturierung viel Kapital freisetzt und die Dividendenfähigkeit der Bank verbessern sollte. Denn der Abbau der in der «Bad Bank» parkierten Wertpapiere erfolgt Schritt für Schritt über Verkäufe oder natürliche Laufzeiten, sukzessive wird damit eben auch Kapital freigesetzt. Im Idealfall verbessert sich also die Kapitalquote der Bank.

Die Deutsche-Bank-Aktien befinden sich schon seit Monaten in einem Abwärtsstrudel und pendeln schon seit längerem auf dem tiefsten Niveau, das sie in der Geschichte der Bank je erreicht haben. Kürzlich erst war der Kurs sogar kurzzeitig unter die Schwelle von 6 Euro gefallen.

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