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DETAILHANDEL: «Niemand kann zufrieden sein»

Die Migros-Gruppe hat im letzten Geschäftsjahr so wenig verdient wie seit 2003 nicht mehr. Grund dafür ist der anhaltende Preisdruck im Detailhandel.
Raphael Bühlmann
Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Walter Bieri/Keystone (Zürich, 27. März 2018))

Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Walter Bieri/Keystone (Zürich, 27. März 2018))

Raphael Bühlmann

«Der Gruppengewinn von 503 Millionen Franken oder 1,8 Prozent des Ertrags liegt an der unteren Grenze.» Dies ist das er­nüchternde Fazit des Migros-­Genossenschaftsbundes zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2017. Dabei beschönigt das Gruppenergebnis noch das Resultat des Kerngeschäfts. Im genossenschaftlichen Detailhandel belief sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nämlich auf gerade noch 306 Millionen Franken – verglichen mit 542 Millionen im Vorjahr.

Auch der Nettoumsatz im Detailhandel sank gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent oder um 77 Millionen Franken auf noch knapp 15,56 Milliarden. Ohne Auslandgeschäft und Fachmärkte betrug der Umsatzrückgang bei den Super- und Verbrauchermärkten gar 0,8 Prozent.

Migros bleibt grösster privater Arbeitgeber

Fabrice Zumbrunnen, der auf Herbert Bolliger gefolgte Präsident des Migros-Genossenschaftsbundes, nannte verschiedene Faktoren als Gründe für das schlechte Ergebnis. Neben dem Preisdruck im Detailhandel hätten auch Investitionen in neue Marktfelder, Verkäufe von Geschäftsbereichen und Restrukturierungen auf das Ergebnis gedrückt, sagte Zumbrunnen an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz in Zürich. 2017 hat die ­Migros einerseits neue Unternehmen wie die Fitnesskette Silhouette und den Fischhändler Tipesca gekauft. Andererseits aber auch den Velohändler Probike oder den Abholgrosshandel CCA Angehrn verkauft. Gleichzeitig wurde die Globus-Gruppe restrukturiert, was auch für die Kundschaft mit der Aufgabe der Marken Herren-Globus und Schild spürbar wurde.

Um dem sinkenden Gewinn im Detailhandel entgegenzuwirken, kündigte Zumbrunnen unter anderem auch eine Preisoffensive an. «Wir engagieren uns aktiv für noch günstigere Preise und bessere Leistungen», lässt sich Zumbrunnen zitieren.

Nebst Preissenkungen steht laut Zumbrunnen auch ein weiterer Ausbau des Onlinehandels im Fokus. Damit wolle man weitere Kunden gewinnen und die ­Gewinnerosion stoppen, die seit 2015 anhält. Trotz des schwierigen Marktumfeldes im stationären Detailhandel steigerte die Migros den Gesamtumsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 1,2 Prozent auf 28,1 Milliarden Franken. Zum Vergleich: Hauptkonkurrentin Coop steigerte die Verkäufe letztes Jahr um 3,1 Prozent auf 29,1 Milliarden Franken. Im reinen Detailhandelsgeschäft behauptet sich die Migros allerdings mit einem Umsatz von 23,5 Milliarden Franken nach wie vor als Marktführerin. Positiv entwickelt hat sich überdies das Handels- und Industriegeschäft. Dies und die Umsatzsteigerung im E-Commerce haben dazu beigetragen, dass die Migros mit 105000 Mitarbeitenden grösster privater Arbeitgeber der Schweiz bleibt. Laut Zumbrunnen dürfe man sich aber über bevorstehende Veränderungen keine Illusionen machen. «Es dürften angestammte Arbeitsfelder verloren gehen, während neue Stellen beispielsweise im E-Commerce entstehen.» Ziel des ganzen Umbaus sei es, den Kunden das Einkaufen noch einfacher zu machen, sagte Zumbrunnen weiter. Und eben noch günstiger: «Wir werden in diesem Jahr noch mehr in Preise investieren», sagte er. Für die Gruppe selbst heisst das Ziel, wieder profitabler zu werden. «Der Gewinn muss steigen. Niemand kann mit diesem Ergebnis zufrieden sein», sagte er.

Jörg Zulauf, Leiter des Departements Finanzen, zeigte sich zuversichtlich, dass es die Migros Ende Jahr beim Gewinn wieder in den Zielbereich von 2 bis 4 Prozent des Umsatzes schafft.

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