Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DETAILHANDEL: Kleine werden zur festen Grösse

Kleinstpackungen waren früher «Gratis-Probiererli» zu Werbezwecken. Schärfere Bestimmungen für die Sicherheit gerade auch auf Flughäfen machten diese Minis inzwischen zu begehrten Produkten.
Alexa Clemenz Berger (sda)

Die diesjährigen Sommerferien sind gerade erst vorbei. Am Flughafen Zürich sind in den vergangenen Wochen jeden Tag zwischen 400 und 700 Kilogramm an Gels, Sprays, Cremes und vor allem Getränkeflaschen beschlagnahmt worden, wie Sonja Zöchling Stucki, Sprecherin des Flughafens Zürich, vorrechnet.

Der Grund dafür ist das seit November 2006 geltende Verbot für Flugpassagiere, Behälter mit Flüssigkeiten von über 100 Millilitern im Handgepäck mitzuführen. In den Anfangsjahren habe man Reisenden in der Hauptreisezeit bei Sicherheitskontrollen täglich noch zwischen 800 Kilogramm und über einer Tonne an zu grossen Behältnissen abnehmen müssen. «Es ist viel Kommunikationsarbeit nötig gewesen, um die Abfallmenge auf das heutige Niveau zu reduzieren», bilanziert die Sprecherin.

Aufklärungsarbeit stösst an Grenzen

In den letzten fünf Jahren sei die konfiszierte Menge pro Passagier von 20 auf rund 14 Gramm gesunken. «Berücksichtigt man den starken Anstieg der Passagierzahlen in den letzten zehn Jahren, stellen wir einen grossen Rückgang der beschlagnahmten Produkte fest», sagt Zöchling Stucki. Dass die Aufklärungsarbeit des Flughafens Zürich immer noch an ihre Grenzen stösst, belegen jährliche Entsorgungskosten von aktuell knapp 40000 Franken für die von Passagieren zurückgelassenen Waren.

Konsumentinnen und Konsumenten haben aber sehr wohl ihre Lehren gezogen. Gerade aufgrund der strengeren Sicherheitsbestimmungen in der Aviatik greifen sie vermehrt beim Einkauf zu Kleinstpackungen. Deren Nachfrage ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, wie Migros und Coop bestätigen. Umsatzzahlen werden nicht preisgegeben. Auch die beträchtlichen Preisunterschiede der ­Minis kommentieren die Grossverteiler nicht. Kleinstpackungen seien in erster Linie ideal für Kurzferien. Auch in der Freizeit und beim Sport seien sie aufgrund ihrer Grösse und ihres ­Gewichts praktische Begleiter, heisst es etwa bei Coop.

Kleine Verpackungen sind teurer als grosse

Die höheren Verkaufspreise von Minibehältern im Vergleich zu Normal- oder Grosspackungen begründen die Grossverteiler mit höheren Einkaufspreisen. Verpackungs- und Herstellungskosten sind im Vergleich zu normalen Produkten überproportional hoch. Kleinstpackungen können ökologisch sinnvoll sein. «Ein weggeworfenes Produkt ist für die Umwelt um ein Mehrfaches schädlicher als die zusätzliche Verpackung», stellt Migros-Sprecherin Christine Gaillet fest. Die Verpackung trage in der Regel weniger als 4 Prozent zur Umweltbelastung eines Artikels bei.

Als sinnvolle, aber auch aufwendigere Alternative zu Mini­packungen sind im Handel leere Fläschchen und Behälter zum selber Abfüllen erhältlich. Die Nachfrage nach diesen ist laut Migros seit längerer Zeit konstant mit saisonalen Spitzen in den Sommermonaten. Von einer vergleichsweise geringen Nachfrage spricht man bei Coop.

Alexa Clemenz Berger (SDA)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.