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DETAILHANDEL: In der Kasse bleibt weniger

Nach relativ stabilen Gewinnen in den Vorjahren backt die Migros Ostschweiz nun kleinere Brötchen. Die Genossenschaft kämpft um jeden Kunden.
Thomas Griesser Kym
Peter Diethelm, Chef der Migros Ostschweiz, legt im Hotel Säntispark für 2017 weniger fette Zahlen vor als für das Jahr davor. (Bild: Sabrina Stübi)

Peter Diethelm, Chef der Migros Ostschweiz, legt im Hotel Säntispark für 2017 weniger fette Zahlen vor als für das Jahr davor. (Bild: Sabrina Stübi)

Thomas Griesser Kym

«An tiefere Ergebnisse müssen wir uns in den nächsten Jahren gewöhnen.» Das sagt Peter Diethelm, Geschäftsleiter der Migros Ostschweiz, mit Blick auf Betriebsergebnis und Reingewinn. Hier hat die regionale Genossenschaft vergangenes Jahr tüchtig Federn lassen müssen (siehe Tabelle). Als Gründe der Profitschmelze nennt Diethelm die heikle Lage des Detailhandels, wobei Stichwörter fallen wie harte Konkurrenz durch Mitbewerber sowie den Online- und Versandhandel, Einkaufstourismus oder Wechselkurs. Dieser Mix hat denn auch den Umsatz leicht sinken lassen, wobei auch Preisabschläge und temporäre Schliessungen von Filialen wegen Umbauten mitgespielt haben. Hinzu kommt, dass die Migros weiterhin auf Investitionen setzt, um Kunden bei der Stange zu halten respektive neue zu gewinnen. Diese Investitionen kosten Geld – 2017 gab die Migros Ostschweiz 108 Millionen Franken aus –, doch kann sie die schuldenfreie Genossenschaft weiterhin aus selbsterarbeiteten Mitteln (Cashflow, 2017: 154 Millionen) finanzieren. Der stete Ausbau erhöht allerdings auch die Kosten etwa für Personal oder für Miete.

Vor zehn Jahren führte die Migros Ostschweiz, die in sieben Kantonen und in Liechtenstein aktiv ist, 85 Läden, heute sind es 107. Pro Jahr will man drei bis vier neue Standorte erschliessen, vor allem mit kleineren M-Filialen, um so das Netz weiter zu verdichten und näher an die Kunden zu rücken. Im laufenden Jahr kommen in unserer Kernregion Läden in Au und in Bütschwil hinzu. Zudem will man Supermärkte immer wieder revitalisieren. Jährlich sollen so acht bis zehn Läden modernisiert werden.

Der Konsument macht dem Handel das Leben schwer

Mit diesen Projekten kämpft die Migros um jeden Kunden, wie Dominique Lumpert klarmacht, Leiter der Direktion Supermärkte. Denn der Detailhandel stagniert, Teile des Geschäfts sind ans Ausland oder den Onlinehandel verloren gegangen. Gut drei Viertel der Einkäufe ennet der Grenze werden von Konsumenten getätigt, die in Grenzregionen wohnen. Das spürt die Migros Ostschweiz besonders mit ihren Standorten im Raum Schaffhausen-Kreuzlingen sowie im Rheintal. Onlinekäufe sind vor allem ein Thema im Nonfoodsektor, aber auch der Lebensmittelhandel im Internet wächst, wenngleich er noch auf kleinem Feuer köchelt. Lumpert zeigt sich überzeugt, dass der Schlüssel zum Erfolg im Detailhandel darin liegt, stationäre Läden und Online­angebote clever zu verknüpfen, denn immer mehr Konsumenten sind hybrid, also mal in der realen Welt unterwegs, mal im Web. Deshalb setzt auch die Migros Ostschweiz in ihrer Strategie sowohl auf moderne, einladende Läden als auch auf die Möglichkeit, sich online zu informieren, zu reservieren oder zu bestellen.

Geringfügig mehr Frauen im Kader

Den Löwenanteil zum Umsatz der Genossenschaft steuern die Supermärkte mit 1,8 Milliarden Franken bei. 2 Prozent haben sie vergangenes Jahr eingebüsst, weniger wegen Minusteuerung, sondern vor allem wegen Umbauten in Amriswil, Herisau und Winterthur-Neuwiesen. Die Fachmärkte büssten 0,7 Prozent ein, wobei hier Preisabschläge von 3 Prozent eine wichtige Rolle spielten. Zugelegt hat die Migros Ostschweiz in der Gastronomie, in der sie das Netz an Chickeria-Restaurants laufend ausbaut und dies verstärkt auch über die Ostschweiz hinaus im Sinn hat, mit dem Säntispark sowie mit der expandierenden Fitnesskette M-Fit.

Der Frauenanteil im gut 500- köpfigen Kader ist weiter gestiegen, von 22,3 auf 22,4 Prozent. Das ist fast doppelt so viel wie vor zwölf Jahren (11,6 Prozent). Sorgen bereitet Diethelm eine zunehmende Fluktuation vor allem unter Neueinsteigern. Hier müsse man bei der Personalauswahl künftig schärfer hinschauen.

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