Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der Wirtschaft fehlt der Schwung

Die Schweizer Wirtschaft dürfte 2017 um 1,5% expandieren. Damit wird das Wachstum weiterhin schwächer sein als vor der Frankenaufwertung. Wichtigen Wachstumstreibern fehlt der Schwung, insbesondere der Zuwanderung.
Claude Maurer, Credit Suisse Leiter Konjunkturanalyse

Die Schweizer Wirtschaft dürfte 2017 um 1,5% expandieren. Damit wird das Wachstum weiterhin schwächer sein als vor der Frankenaufwertung. Wichtigen Wachstumstreibern fehlt der Schwung, insbesondere der Zuwanderung. Dieser war in den letzten sieben Jahren mehr als ein Viertel des Konsumwachstums zu verdanken. Zwar ist im kommenden Jahr abermals eine zuwanderungsbedingte Mehrnachfrage zu erwarten, sie dürfte aber beinahe ein Fünftel tiefer sein als im Vorjahr.

Gleichzeitig bleibt die Konsumentenstimmung angesichts der negativen Meldungen aus dem In- und Ausland gedrückt. Letztlich werden Konsumentscheide aufgrund der Arbeitsmarktlage getroffen: Positiv ist, dass die Arbeitslosenquote nicht mehr steigt. Angesichts der vergleichsweise soliden Auslastung halten die Unternehmen so weit wie möglich an ihren Personalbeständen fest. Wegen der gesunkenen Margen und Gewinne sind die Unternehmen jedoch bestrebt, ihre Lohnkosten zu reduzieren. Dies lässt erwarten, dass die Löhne nur sehr verhalten steigen werden. Weil gleichzeitig die Teuerung erstmals seit fünf Jahren wieder positiv sein dürfte, resultiert im kommenden Jahr kein realer Kaufkraftgewinn. Insgesamt wird das Konsumwachstum 2017 marginal schwächer sein als 2016. Auch die Investitionen werden im kommenden Jahr dem Wirtschaftswachstum keinen neuen Schwung verleihen: Zwar sprechen der Zwang zur Rationalisierung sowie tiefe Zinsen und hohe Aktienbewertungen für Investitionen in Ausrüstung und Maschinen.

Umgekehrt wirken die schwierige Erlössituation sowie die nach wie vor grossen politischen Unsicherheiten hemmend. Die Bauinvestitionen dürften sich zwar kurzfristig beschleunigen, doch ist dies primär dem Wohnungsbau zu verdanken, der durch das Negativzinsumfeld Rückenwind erhält. Die Nachfrage nach Mietwohnungen dürfte jedoch wie diejenige nach Bürogebäuden aufgrund des schwächeren Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstums abnehmen, und die Leerstände werden steigen. Dies wird die Zunahme der Bauinvestitionen im kommenden Jahr begrenzen, obwohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) noch bis mindestens Ende 2017 an ihren Negativzinsen festhalten wird.

Die Situation für die Exporteure sollte sich derweil weiter entspannen. Dank der Kombination von Negativzinsen und Fremdwährungskäufen der SNB dürfte der Wechselkurs im Jahresverlauf stabil bleiben. Gleichzeitig sollte die ausländische Nachfrage nach Schweizer Waren rege bleiben. Die Unterschiede zwischen den Branchen sind dabei aber enorm – 2017 bleibt demnach ein herausforderndes Jahr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.