Interview

Der Werkzeugmaschinenbauer Starrag will wachsen und rentabler werden

Seit 1. Juni ist Christian Walti Konzernchef des Werkzeugmaschinenbauers Starrag Group mit Hauptsitz in Rorschacherberg. Die ersten paar Wochen haben ihn auf Reisen rund um den Globus geführt.

Thomas Griesser Kym
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Christian Walti, Chef der Starrag Group. (Bild: PD)

Christian Walti, Chef der Starrag Group. (Bild: PD)

Christian Walti, wie beurteilen Sie Ihren Start als neuer Chef der Starrag?

Sehr gut. Mein Vorgänger Walter Börsch, der tief drin war in den Projekten, hat mich gut eingeführt. Sieben Wochen lang habe ich alle unsere Produktionswerke und Vertriebsgesellschaften sowie wichtige Kunden auf der ganzen Welt besucht. Die Einführung war effizient und effektiv.

Jüngst wurde bekannt, dass Norbert Hennes, Leiter der Geschäftseinheit Aerospace & Energy, die Starrag Ende Monat auf eigenen Wunsch verlässt. Ein herber Verlust?

Norbert Hennes hat wesentlich zur positiven Entwicklung der Starrag Group beigetragen. In der Übergangsphase bis zur Regelung seiner Nachfolge führe ich die Geschäftseinheit interimistisch. Die Übergabe erfolgt in gutem Einvernehmen, und die Suche nach einem Nachfolger wurde gestartet. Dieser Prozess ist sorgfältig geplant worden.

Sie wollen die Starrag «in die weltweite Spitzengruppe der Hersteller von Präzisionswerkzeugmaschinen führen». Wo steht man derzeit?

In der Mitte. Wir sind mit 1500 Mitarbeitenden und 400 Millionen Franken Umsatz weder ein Grosskonzern noch ein KMU. Aber wir wollen noch grösser und rentabler werden. Wachstumspotenzial gibt es vor allem in China und den USA, und wir können noch mehr Synergien ausschöpfen, etwa in der Beschaffung oder im Vertrieb. Technologisch sind wir auf sehr gutem Niveau.

Inwieweit machen Ihnen Handelskonflikte Sorgen?

Kurzfristig ist das nicht unbedingt ein Problem. Wir haben in vielen Märkten grosse und stabile Schlüsselkunden, die wir seit Jahren begleiten und die auch nicht dauernd die Lieferanten wechseln wollen. Importverbote allerdings wären schlecht, träfen aber auch unsere Konkurrenz.

Leidet die Starrag an einem Fachkräftemangel?

Fachlich finden wir die Leute, die wir brauchen. Einzig Softwareentwickler suchen wir etwas länger. Unsere Mitarbeitenden sind auch sehr treu, und wir bilden selber viele Lehrlinge aus.

RORSCHACHERBERG: Christian Walti wird neuer CEO der Starrag Group

Der Verwaltungsrat der Starrag Group hat Christian Walti zum künftigen CEO ernannt. Der 50-Jährige wird per 1. Juni Nachfolger von Walter Börsch und soll den Werkzeug- und Präzisionsmaschinenhersteller weiter internationalisieren.
Alexandra Pavlovic, Thomas Griesser Kym