Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kommentar

Der wahre Denkzettel für das UBS-Management

Die UBS-Aktionäre ärgern sich über den Rechtsfall in Frankreich. Der wahre Denkzettel für das UBS-Management ist aber nicht die verweigerte Entlastung, sondern vielmehr, dass sich die Aktionäre weigern, UBS-Aktien zu kaufen.
Daniel Zulauf
Daniel Zulauf

Daniel Zulauf

Mit der Verweigerung der Entlastung für die UBS-Führung an der Generalversammlung dieser Woche halten sich die Aktionäre die Möglichkeit offen, diese für mögliche Schäden im Steuerstreit mit Frankreich haftbar zu machen. Das Schadenpotenzial ist von sehr beträchtlicher Grösse: Im Februar hatte ein französisches Gericht die UBS in erster Instanz zu Strafzahlungen von 4,5 Milliarden Euro verdonnert. Nach der mehrjährigen Volldiät im Nachgang der grossen Krise vor zehn Jahren verspüren die Eigentümer verständlicherweise wenig Lust, den Gürtel abermals enger zu schnallen. Vielmehr erwarten sie weiter steigende Ausschüttungen und deutliche Fortschritte beim Aktienkurs.

Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Rechtsstreites hängt wie ein Damoklesschwert über der Bank und er gefährdet die Ansprüche der Aktionäre. Dass viele von ihnen mit der aktuellen Situation hadern, ist deshalb nur verständlich. Einige glauben, dass der Prozess mit einer geschickteren Verhandlungstaktik zu einem für die Aktionäre akzeptablen Preis hätte vermieden werden können. Die UBS-Führung bestreitet dies vehement. Wer recht hat, lässt sich natürlich nicht feststellen, denn der Ausgang der Auseinandersetzung bleibt offen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass es auch dann ­keine zweifelsfreie Antwort gibt, wenn der Konflikt durch ein richterliches Urteil oder durch ­einen späten aussergerichtlichen Vergleich definitiv beendet ist.

Klar ist immerhin, dass die aktuellen Organe für die mutmasslichen Steuerbetrügereien in Frankreich keine persönliche Schuld treffen kann. Sie waren in der fraglichen Zeit von 2004 bis 2011 noch gar nicht für die Bank tätig. Das ist auch der Grund, weshalb die Aktionäre den UBS-Verwaltungsratspräsidenten Axel Weber und dessen Kollegen mit Zustimmungsraten von 92 Prozent bis 98 Prozent in ihren Ämtern bestätigt haben.

Die Entlastungsverweigerung lässt sich darum nur bedingt als direkte Kritik an der Leistung der UBS-Führung interpretieren. Vielmehr ist das Votum ein Vorgang, der viel über die Struktur der Eigentümerschaft aussagt. Nur 11,8 Prozent der UBS-Aktien werden von natürlichen Personen gehalten, die für ihre Entscheidungen allein geradestehen müssen. Die restlichen Titel halten institutionelle Investoren, darunter viele Investmentfonds, die gegenüber ihren eigenen Kunden in der Verantwortung stehen. Diese Investoren sehen sich genötigt, selber möglichen Haftungsklagen vorzubeugen, weshalb sie Weber & Co. nicht aus der Verantwortung entlassen können. Daraus ergibt sich ein Schwarz-Peter-Spiel, das in der Verantwortungsfrage letztlich keine Klarheit schafft. Das heisst aber noch lange nicht, dass die Aktionäre mit der Leistung der UBS-Führung zufrieden wären – das Gegenteil ist der Fall.

Der unmissverständliche Beleg dafür ist der Aktienkurs. In den letzten zweieinhalb Jahren haben die UBS-Aktien rund 19 Prozent an Wert verloren. Weber sagt, der Aktienkurs widerspiegle den wahren Wert der Firma nicht. Doch selbst wenn diese Behauptung zutreffen würde, lässt sie die UBS-Führung schlecht aussehen. Schliesslich gehört es zu den Aufgaben der Führung, Zustand und Strategie des Unternehmens so darzustellen, dass sich die Investoren ein realistisches Bild davon machen können. Der wahre Denkzettel für das UBS-Management ist deshalb nicht, dass ihm die Aktionäre die Entlastung verweigern, sondern vielmehr, dass sie sich weigern, UBS-Aktien zu kaufen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.