Der Wachhund namens US-Notenbank beisst nicht

NEW YORK. Die US-Notenbank Fed beugt sich dem Druck. Kritiker werfen ihr vor, ein Wachhund ohne Zähne zu sein, der seinen Aufsichtspflichten gegenüber Grossbanken nicht nachkommt.

John Dyer
Merken
Drucken
Teilen

NEW YORK. Die US-Notenbank Fed beugt sich dem Druck. Kritiker werfen ihr vor, ein Wachhund ohne Zähne zu sein, der seinen Aufsichtspflichten gegenüber Grossbanken nicht nachkommt. Gutachten sollen nun zeigen, wie die Fed Finanzinstitute überwacht und ob Mitarbeitende tatsächlich von den eigenen Vorgesetzten angewiesen werden, nicht zu kritisch hinzuschauen. Die Gutachten sollen auch klären, ob den zuständigen Mitarbeitenden überhaupt genügend Informationen vorliegen, um ihre Kontrollfunktion ausüben zu können. Und es wird gefragt, ob Vorgesetzte über unterschiedliche Meinungen innerhalb ihrer Teams informiert werden.

Mit den Gutachten will sich die Fed auf eine Befragung vor dem Kongress wappnen. Der Vorsitzende des Bankenausschusses des Senats, Sherrod Brown, gilt als ausgesprochener Kritiker der Fed. «Vor sechs Jahren sind die Aufsichtsbehörden ihrer Pflicht ja auch nicht nachgekommen», sagt Brown. «Und wir haben gesehen, wozu das geführt hat. Arbeitsplätze, Renten, Häuser – alles ging verloren. Die Zeit ist überfällig, dass die Fed zeigt, dass sie die Konsumenten besser mit Taten schützen kann als die Wall Street.»

Der Generalinspekteur der Fed publizierte letzten Monat einen Bericht, nachdem es versäumt worden war, den Fall des «Londoner Wal» zu verhindern. Der «Wal», das ist der Händler Bruno Iksil, dessen riskante Wetten JP Morgan einen Verlust von 6,2 Mrd. $ einbrockten. Zwei Monate zuvor sagte die frühere Fed-Ermittlerin Carmen Segarra, ihr Vorgesetzter habe ein entschiedeneres Vorgehen gegen Goldman Sachs wegen zu enger Verbindung von Bankern zu Fed-Mitarbeitenden verhindert.