Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Metall Zug: Die Umstrukturierung geht weiter

Das defizitäre Geschäft der Belimed mit Anlagen für die Pharmaindustrie wird in eine separate Sparte ausgelagert. Damit einher geht ein massiver Stellenabbau in Deutschland – in der Schweiz bleibt alles wie gehabt.
Raphael Bühlmann
Die Leuchtbuchstaben auf dem Dach der ehemaligen Belimed-Zweigstelle in Ballwil gehören seit 2016 der Vergangenheit an. Bald ergeht es dem Standort Mühldorf in Deutschland gleich. (Boris Bürgisser; Ballwil, 13. Juli 2016)

Die Leuchtbuchstaben auf dem Dach der ehemaligen Belimed-Zweigstelle in Ballwil gehören seit 2016 der Vergangenheit an. Bald ergeht es dem Standort Mühldorf in Deutschland gleich. (Boris Bürgisser; Ballwil, 13. Juli 2016)

Nach bereits erfolgten Restrukturierungsmassnahmen wie etwa der Schliessung des Standorts Ballwil, geht die Reorganisation innerhalb der Metall-Zug-Gruppe weiter. Erneut geht es um die weltweit tätige Belimed, die Geräte zur Reinigung von Instrumenten in Spitälern und der Pharmaindustrie herstellt. Zu unrentabel seien gewisse Geschäftsbereiche. «Das Segment Life Science war massgeblich am Betriebsverlust beteiligt», schreibt das Zuger Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung.

Metall Zug erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von gut 959 Millionen Franken. Die gesamte Belimed-Sparte steuerte dazu gut 193 Millionen bei, wobei beim Betriebsergebnis auf Stufe Ebit ein Verlust von 34,2 Millionen Franken resultierte.

Stellen sollen teilweise in Slowenien ersetzt werden

Konkret soll deshalb die Spar- te Belimed (Infection Control) aufgesplittert werden. Das Geschäft mit Anlagen für die Pharmaindustrie (Life Science) wird per Anfang 2019 in einen eigenen Geschäftsbereich der Gruppe überführt werden. Dieser werde aber nach wie vor von Metall Zug gehalten, heisst es in der gestern veröffentlichten Mitteilung. Mit der Restrukturierung einher gehe die Einstellung des Life-Science-Werks im deutschen Mühldorf. 100 Stellen würden dort gestrichen. Diese können zwar teilweise am slowenischen Standort in Grosuplje aufgefangen werden, nicht aber in der Ostschweiz. «Wir gehen in Sulgen von keiner Erhöhung der Anzahl der Arbeitsplätze aus», so das Unternehmen.

Auch sonst seien zum heutigen Zeitpunkt für die Schweizer Standorte keine weiteren Änderungen geplant. Ziel des jetzigen Umbaus sei eine Vereinfachung der Strukturen. Die Kosten seien dabei zu einem grossen Teil durch Rückstellungen gedeckt, die bereits im Rahmen des Jahresabschlusses 2017 gebildet worden seien, schreibt Metall Zug weiter. Auch bestehe nicht die Absicht, den Unternehmensteil abzustossen, wie Finanzchef Daniel Keist gestern gegenüber der Nachrichtenagentur AWP bekräftigt. «Wir haben nicht die Absicht, den Bereich zu verkaufen.

«Das Ziel der Ausgliederung ist es vielmehr, die Komplexität zu reduzieren.» Denn die beiden Geschäfte, die bislang unter dem Belimed-Dach angesiedelt gewesen seien, hätten ein völlig unterschiedliches Businessmodell. Das Segment Medical beliefere Spitäler mit Systemlösungen für Reinigung, Desinfektion und Sterilisation, das nun angegliederte Segment Life Science als Anlagenbauer die Pharmaindustrie.

Keist räumte allerdings ein, dass zuletzt «alle Optionen» für das Life-Science-Segment geprüft worden seien. «Wir sind aber überzeugt, dass sich das Geschäft profitabel betreiben lässt.» Die beiden bisherigen Belimed-Segmente wollen laut dem Management bis zu einem gewissen Grad weiter zusammenarbeiten. So solle beispielsweise die neue Life-Science-Fabrik in Slowenien an das dortige Medical-Werk angegliedert werden.

Der neue Geschäftsbereich Life Science wird in Zukunft der mit Abstand kleinste Unternehmensbereich innerhalb der Metall-Zug-Gruppe sein. Am Hauptquartier in Zug zeigt man sich aber überzeugt, dass durch die Umstrukturierung die Voraussetzungen geschaffen werden, dass dieser Bereich in seinem Marktsegment profitabel wachsen kann.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.