«Der starke Euro wird Gäste bringen»

Nachgefragt

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Rolf Müller, die Schweiz, allen voran die Region Bern, verzeichnen ein Plus an Logiernächten. Die Ostschweiz hingegen stagniert und der Kanton Thurgau muss gar ein Minus verkraften. Sie sehen das mit einem weinenden Ostschweizer und einem lachenden nationalen Auge?

Ja, genau.

Warum ist der Thurgau so wenig attraktiv, oder gibt es andere Gründe?

Der Tourismus lebt von Übernachtungsangeboten. Wenn diese stagnieren oder gar wegfallen wie das Hotel Metropol in Arbon, was einen Rückgang von 5000 Logiernächten im ersten Halbjahr bedeutet, dann wirkt sich dies negativ auf die Logiernächte-Statistik aus. Die Statistik des BfS bezieht sich lediglich auf die Zahlen der Logiernächte und hat nichts mit der Attraktivität und der Innovationskraft der Tourismusregion Thurgau-Bodensee zu tun.

Ist der Bodensee kein starkes Zugpferd mehr?

Der Bodensee hat nichts an seiner Attraktivität verloren. Ganz im Gegenteil sind wir davon überzeugt, dass auch durch die kürzlich eingetretene Stärkung des Euro die Gäste wieder vermehrt auf die Schweizer Seite des Bodensees aufmerksam gemacht werden können.

Die allermeisten Gäste reisen noch immer aus dem Nachbarland Deutschland an. Aber auch hier werden es weniger. Stimmt das Preis-LeistungsVerhältnis nicht?

Der starke Franken in den letzten Jahren hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Zahlen der deutschen Gäste noch immer rückläufig sind. Dies konnte glücklicherweise durch eine deutliche Zunahme der Schweizer Gäste kompensiert werden. Wie bereits erwähnt, hoffen wir, dass sich die Stärkung des Euro auch kurzfristig, schon im zweiten Halbjahr 2017, positiv auf das Reiseverhalten der deutschen Gäste auswirken wird. (bor)