Der See steigt in der Gunst

Der Bodensee hat 2010 wieder mehr Touristen angelockt. Besonders im Thurgau stieg die Zahl der Logiernächte um 3,7 Prozent. St. Gallen ist etwa gleich geblieben. Hingegen übernachteten in Liechtenstein 6,3 Prozent weniger als im 2009.

Stefan Borkert
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Daniela Pahl-Humbert ist Geschäftsführerin der IBT. (Bild: Stefan Borkert)

Daniela Pahl-Humbert ist Geschäftsführerin der IBT. (Bild: Stefan Borkert)

Konstanz. Der Thurgau gehört zu den Gewinnern in Sachen Tourismus am Bodensee. Um 3,7 Prozent ist die Zahl der Logiernächte 2010 im Vergleich zum Jahr 2009 angestiegen. Damit sei man wieder auf dem Stand von 2008, dem stärksten Jahr seit 15 Jahren, angekommen, so die Geschäftsführerin von Thurgau Tourismus, Monika Grünenfelder. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der IBT (Internationale Bodensee Tourismus GmbH) hervor. Während der Kanton St.

Gallen ungefähr gleich abschloss (0,6 Prozent weniger Logiernächte), musste das Fürstentum Liechtenstein einen Einbruch von 6,3 Prozent verkraften. Grund dafür ist laut Patrick Schädler von Liechtenstein Tourismus der massive Einbruch bei den Alpenhotels.

Optimistisch

Die gesamte Bodenseeregion entwickelt sich aber positiv. IBT-Geschäftsführerin Daniela Pahl-Humbert zeigt sich optimistisch. «Die positive Entwicklung im Tourismusgeschäft der vergangenen Jahre wird sich fortsetzen.

» Der Bodensee liege weiter im Trend. Gerade für Familien und Personen, die ein sicheres Reiseziel suchten, steige der See in der Gunst. Die Zahlen bei Ankünften und Übernachtungen für das Jahr 2010 zeigten, dass auch die grosse Region Bodensee-Oberschwaben wieder Gäste hinzugewinnen konnte. Für das deutsche Bodenseeufer wurde ein Plus von 3 Prozent bei den Übernachtungen, ein Plus von 2,3 Prozent bei den Ankünften errechnet.

Den grössten Zuwachs machten die ausländischen Feriengäste aus, deren Zahl um 7,8 Prozent angestiegen ist.

Statistisch sei die Entwicklung der Monate Januar bis Oktober 2010 ausgewertet worden. Und damit sprach sie schon ein Problem der Bodenseeregion an, an dem gerade gearbeitet wird. Der Bodensee sei noch kein Ganzjahresziel.

Spitzen nicht spitzer machen

Für die Sommersaison brauche es keine zusätzlichen Anstrengungen. «Wir wollen die Spitzen nicht noch spitzer machen», sagt Daniela Pahl-Humbert. Vielmehr wolle die IBT mit ihren Marketingaktivitäten auf eine Saisonverlängerung hinarbeiten. Auch dazu wurde im letzten Jahr das Projekt Positionierung Bodensee gestartet. Dabei will die IBT nicht in der Breite für den Bodensee als Ganzjahres-Ferienziel werben. Die Strategie sieht vielmehr vor, dass das Marketing auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet ist.

Grundlage ist auch die wissenschaftliche Arbeit der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung und jene der Uni St. Gallen. Die Hochschulen versuchen die Marke Bodensee weiterzuentwickeln.