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Der schwache Dollar und die SNB

Börsenspiegel
Alessandro Bee, Ökonom, UBS Chief Investment Office Wealth Management

Für die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat sich die Lage an den Währungsmärkten seit vergangenem Juli, nach der starken Abwertung des Frankens gegenüber dem Euro, deutlich entspannt . Dank des schwächeren Frankens konnte die SNB in den vergangenen Monaten ihre Devisenmarktinterventionen einstellen. Ende des laufenden Jahres erwarten die UBS-Ökonomen gar eine erste Zinserhöhung.

Nun hat sich aber im neuen Jahr der US-Dollar deutlich abgeschwächt. So ist ein Dollar noch rund 80 Eurocents wert, und zum Franken beträgt der Wert der US-Währung noch unter 93 Rappen. Die Talfahrt des Dollars dürfte sich nach Einschätzung der UBS in den nächsten zwölf Monaten fortsetzen. Präsident Donald Trumps Steuersenkungen verleihen der US-Wirtschaft zwar kurzfristig Schwung, führen in der langen Frist jedoch zu einer deutlich höheren Staatsschuld in den USA. Der trübe Ausblick für die US-Finanzen schadet der US-Währung.

Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar

Angesichts des schwächeren Dollars stellt sich die Frage, ob eine Zinserhöhung in der Schweiz wirklich noch zur Debatte steht. Der Dollar macht nur gut 15 Prozent am von der SNB publizierten effektiven Wechselkursindex des Frankens aus. Der Einfluss des Dollars auf den Aussenwert des Frankens ist daher überschaubar.Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte jedoch versucht sein, einen schwächeren Dollar zu bekämpfen, weil damit auch die Konkurrenzfähigkeit der Exportwirtschaft in der Eurozone leidet. Wenn die EZB Zinserhöhungen in der Währungsunion auf die lange Bank schiebt, um eine Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar zu bekämpfen, dürfte der Franken wieder an Wert gewinnen, und die Zinserhöhung der SNB wäre vom Tisch.

Die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar ist aber nicht nur auf einen schwachen Dollar zurückzuführen, sondern auch auf einen starken Euro. Die EZB wird jenen Teil der Aufwertung akzeptieren, der die gegenwärtige wirtschaftliche Stärke der Eurozone spiegelt. Hinzu kommt, dass ein schwächerer Dollar auch ein Zeichen eines wachsenden Vertrauens in die Weltwirtschaft ist. Je stärker die Konjunkturperspektiven aufhellen, umso weniger ist der sichere Hafen Dollar gefragt.

Wenn ein schwächerer Dollar vor allem als eine Verbesserung der globalen Konjunktur aufgefasst wird, dürften die Zentralbanken an der Normalisierung der Geldpolitik festhalten, und die von den UBS Ökonomen prognostizierte Leitzinserhöhung bleibt weiterhin auf dem Tisch.

Alessandro Bee, Ökonom, UBS Chief Investment Office Wealth Management

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