Der Roggwiler Schuhproduzent Joya will Gesundheitsschuhe aus Ikea-Taschen produzieren – was hält Ikea von dieser Idee?

Wie am 1. April angekündigt, produziert der Roggwiler Schuhproduzent Joya künftig in Zusammenarbeit mit Ikea einen Gesundheitsschuh aus gebrauchten Ikea-Taschen. Die Kooperation entpuppte sich zwar als Aprilscherz, doch Schuhe aus recycliertem Material seien eine gute Idee, sagt der CEO von Joya.

Stefan Borkert
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So soll der «IKEA Billy» aussehen.

So soll der «IKEA Billy» aussehen.

Bild: PD

Diese Ankündigung hat Staub aufgewirbelt: Joya, der Roggwiler Hersteller von Wohlfühlschuhen, hat am 1. April eine Zusammenarbeit mit Ikea angekündigt. Ziel der Kooperation sei es, aus gebrauchten Ikea-Taschen einen schicken Gesundheitsschuh zu fertigen, damit sich Mitarbeiter und Kunden besonders bequem und gesund durch die unendlich langen Regalgänge des Möbelgeschäfts bewegen können.

Weiter teilte Joya in einem Communiqué mit, dass der neuartige Ikea- Schuh zu 100 Prozent vegan sei und den Namen «IKEA Billy» trage. Er bestehe aus einer alten Ikea-Tragtasche und einer von Joya produzierten Sohle. Die Zusammenarbeit der zwei Marken sei das Ergebnis eines Ikea-Wettbewerbs, bei dem innovative Unternehmen aufgerufen wurden, sich Gedanken zu machen, wie man den bekannten Ikea-Taschen ein zweites Leben schenken könnte.

Claudio Minder, CEO Joya Schuhe AG, Roggwil.

Claudio Minder, CEO Joya Schuhe AG, Roggwil.

Bild: Urs Jaudas

Diese Innovation hat sich dann allerdings rasch als Aprilscherz entpuppt. Claudio Minder, vor 20 Jahren Mister Schweiz und nun CEO von Joya sagt, dass man sich lange überlegt habe, einen Aprilscherz in diesen Tagen zu lancieren. «Wir wollten auf keinen Fall einen Scherz auf Kosten anderer machen», sagt er. So entstand also diese Idee. «Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken war zu 99 Prozent positiv», sagt Minder. Ein Kunde allerdings reagierte eher verärgert, weil ihm der Schuh nicht gefallen hat.

Idee von Recyclingschuhen nimmt Gestalt an

Doch die Idee hinter dem Aprilscherz ist gar nicht so weit hergeholt. Joya fertigt bereits Taschen aus Blachen von ihren Werbebannern an. Schuhe aus recycliertem Material seien eine gute Idee, sagt denn auch Minder. Was zunächst als Jux aus einer Laune heraus entstanden sei, werde tatsächlich immer mehr zu einer ernsthaften Idee, an der sie nun weiter denken würden. Solche Einkaufstaschenschuhe könnte man schliesslich nicht nur für Ikea produzieren, sondern für andere Händler auch. Minder gibt aber zu Bedenken, dass es vom Material her sicher noch Lösungen für den Tragekomfort brauche.

Bei Ikea Schweiz hat man den Scherz schmunzelnd zur Kenntnis genommen, gibt Kommunikationschef Aurel Hosennen Auskunft. Die Idee sei gar nicht so abwegig. Allerdings würde er ein anderes Material empfehlen. «Ikea hat hervorragende Textilen für solche Zwecke», sagt er augenzwinkernd.